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tour diary

Die Schreiberlinge


Captain-Punkrocksirusopornmightyandypthedevildogelpatrico

 

30.09. Göttingen – JUZI

Göttingen, alte Studi Stadt, Wahlheimat von Label Chef Mike und "Skank´n´Roll" Tour Auftakt. Unsere Mitstreiter der nächsten 2 ½ Wochen, Scrapy (Streetska aus Passau, Bayern) und Derozer (Punkrock aus Vincenze, Italien), sind schon da also direkt schüchterne Begrüssung und namentliche Vorstellung. Bei mir hört das Gehirn nach dem dritten Scrapy Mann auf mitzuarbeiten, aber die sind ja nur zu neunt, dazu natürlich noch vier italienische Namen. Ich beschliesse das Namen-merken auf später zu verschieben, im Moment muß "eh, hallo du da" reichen. Die Tourmama alias –manager macht der Olaf (Sänger bei den Stagebottles und an zweitausend anderen Bands beteiligt), der uns gut bekannt ist, ein Grindollero hat ihm im Frühjahr sein Bad unter Wasser gesetzt. Der Chef persönlich testet an seinen, als Leibeigene gehaltenen, Bands ein paar neue Rezepte aus. Hat geschmeckt, werden s also nicht wieder vorgesetzt bekommen! Ah ja, musiziert wurde auch, Sound ist gut, im neuen Tourset rumpelt es noch ein bisschen, aber allen gefällts. Danach Derozer und Scrapy, machten beide auch Musik – hab ich mir aber nicht gegeben, lieber mit alten Bekannten gequatscht. Nach dem Konzert geht’s in die Milch-, Sonder- oder Wunderbar keine Ahnung wie die in Göttingen heisst – in Berlin gibt’s die Milchbar mit lecker Mexicanern – leider ist die süße R´n´R Prinzessin, unseres letzten Besuches im Frühjahr, nicht mehr hinterm Thresen sondern ein alter Sack. Et gibt Äppelwoin und ein Grindolls-Alter-Raten durch die Fili (Posaune Scrapy), schätzt uns alle auf "um die zwanzig" ausser El Patrico, den auf dreissig...was bleibt zu sagen: forever young mit Jade! (pthedevildog)

 

01.10. Braunschweig – Fireabend

So, ab heute also mit Nightliner! Nicht nur ein Nightliner nein ein Metropol Nightliner, Alter. Ein dreissig Jahre alter Doppelstöcker der BVG, in windschnittigem rot lackiert, abgedunkelte Scheiben, 12 Schlafkojen (auf bayrisch: Poooofen), ein Loungebereich mit Fernseh-, DVD-, Verstärkerkombination ganz im Stil vom Waldorf Astoria gehalten (Deckenhöhe 1,50 – "passt doch", Zitat Kaiser [Gitarre Scrapy]), ein Nassbereich mit Dusche und Toilette, ein Kühlschrank, eine Mikrowelle, eine Kaffeemaschine und eine Gaskammer (steht original so auf nem Stauraum im Bus, nur in Englisch). Bei Vergehen gegen von Olaf eigenmächtig aufgestellte Regeln wird ein Verbleib in ihr angedroht. ALLE singen "Viva Colonia", Olaf nicht, der kann nur drohen... (hey ihr pc-Ritter, ist nur ein Spass, wenn auch ein makaberer, an unserer links Orientierung lässt sich nichts rütteln).Die Fahrt nach Braunschweig wird in lässigen vier Stunden (ca. 200 km) bewältig. Ich lerne langsam die Namen meiner Mitfahrer. Ich kenn mich in Braunschweig nicht aus, aber das Fireabend liegt meiner Ansicht nach am Arsch der Hölle und der Club ist offensichtlich eine alte riesige Lagerhalle. Den Musikern unter Euch schwant wahrscheinlich schlimmstes, grotten schlechter Sound, Publikum, das sich über die ganze Halle verteilt und wie eine Bockwurst im Hausflur wirkt. Mir ging es jedenfalls so. Aber, der Mischer, ein Supertyp ("ey, du willst nix mehr und jetzt runter von der Bühne, die anderen wollen auch noch nen Soundcheck") hat seine Anlage und die Halle voll im Griff, also ist der Sound schon mal gut. Jetzt fehlt nur noch Publikum. Das Fireabend wird von einem Verein betrieben, der ungefähr sechshundert Mitglieder hat. Also der Schuppen war voll, auch vor der Bühne. Schön gemischtes Publikum, sogar n paar Greaser und ordentlich Würfel und Kirschen Chicks, leichtes Spiel für uns. Und für Derozer und sowieso für Scrapy. Anschliessend wird zum erstenmal richtig getrunken und der Captain tanzt für drei. (phildäville)

02.10.04 Hamburg - Knust

So, als wir in Braunschweig aufwachten und uns auf den Weg nach Hamburg machten in unserem fahrenden Domizil wurde uns zum ersten Mal bewusst, wie lahmarschig wir unterwegs waren. 250 km, 5 Stunden. Aber es war ja genügend Bier im Bus. Also Tassen hoch. Das erste was wir von Hamburg zu Gesicht bekamen war das Millerntor, denn eine deutsch - italienische Gemeinschaft, in Person von Seby (Derozer) und ÖÖÖÖÖÖÖÖÖlaf (Tourmanager) schauten sich das an diesem Tage stattfindende Fußballspiel St. Pauli - Fortuna Düsseldorf 95 an. Pauli hat wohl unspektakulär 2:1 gewonnen. Wir, die anderen, fuhren derweil fort um uns auf die Suche nach dem Club zu machen. Als wir ihn gefunden hatten und feststellen mussten, dass noch niemand vor Ort war, machten wir in einiger Entfernung halt und warteten. Wir schauten derweil diverse DVD und warteten. Als dann die Nachricht eintraf, wir können zum Club kommen und ausladen, stellten wir mit Erschrecken fest, dass der Bus beim Startversuch keinen Laut mehr von sich gab. Nicht mehr genügend Strom…. mmmmhm… was nun. Wir hatten die Batterie leer gesaugt. Einen Techniker für unseren mindestens 30 Jahre alten Bus aufzutreiben ist in etwa genauso schwer, wie heutzutage jemanden zu finden, der einem neue Grammophon Schallplatten verkauft. Also sind wir erstmal zu Fuß zum Club getingelt und haben uns den angesehen. Gemessen an unseren Verhältnissen ein Club der Superlative. Aufgang zur Bühne vom Bachstagebereich und der ganze Club war eine alte Industriekulisse. Ein alter Schlachthof eben. Sehr schick. Doch später mehr.
Derweil gab es nämlich Probleme am Bus. Ein Techniker war zwar informiert, aber noch lange nicht vor Ort und wir parkten auf einer Straße in zweiter Reihe. So weit kein Problem. Aber plötzlich kam das so eine alte Schrulle und wollte aus ihrer Parklücke, die natürlich hinter dem Bus lag. Na ja zumindest halb. Denn mit ein wenig Fahrkunst und / oder Mut eines Mannes hätte man das Gefährt locker an dem Bus vorbei bekommen, aber die Alte zickte rum, "ich lass keinen von Euch damit fahren, dafür ist der Wagen nicht ausreichend versichert und außerdem ist neu." Wie neu, dat schäbige Polo-Teil mit der fetten Beule auf der Fahrerseite? Aber ich hatte meinen, beim Kauf 12 Jahre alten Golf, ja auch mal neu???!!?? Aber die Alte ließ nicht mit sich reden und so mussten wir, wohl oder übel das 10 Tonnen Bus Gefährt zur Seite schieben.
Alle angepackt und los… erstaunlicherweise ging es ganz gut. Nur schade, dass die Zicke beim Ausparken nicht tatsächlich das heranrauschende Auto gerammt hat. Pech, knapp vorbei.
Derweil hatten die Jungs von den Skatoons mit ihrem VW Bus unsere Plörren im Shuffleverfahren in den Club gebracht. Aufgebaut war auch schon alles, als wir in den Club zurückkamen. Das lob ich mir. Also, nun das Warten auf den Auftritt. Einige vetrieben sich die Zeit mit Duschen... andere, es war ja Samstag, mit der Sportschau. Um 22.30 Uhr sollte es losgehen, als um 22.10 Uhr die Skatoons ankamen und darauf drängten zu starten. "Meint ihr wir wollen nicht um 3 Uhr heute Nacht spielen?", "Mir doch egal, wir haben Euch nicht eingeladen."Nichtsdestotrotz enterten wir kurz darauf die Bühne und lieferten einen unserer besten Gigs der ganzen Tour ab. Die anderen Bands auch wie gewohnt gut und dann kam die Skatoons, die doch tatsächlich um 1.30 Uhr noch ein 90 minütiges Programm spielten. Kann also doch nicht so schlimm gewesen sein, dass ihr so spät gestartet seid, oder? Danach kam P The devildog, Mighty Andy und mir noch die Idee mit zwei angereisten Oberhausenerinnen, auf'n Kiez zu gehen. Gesagt getan. Gelandet sind wir im Molotow. Im Keller wurde Punkrock groß geschrieben, doch leider schlossen sich die Pforten dieses Clubs binnen 10 Minuten. Da half kein Bitten und kein Betteln. Also ab nach oben, da war noch so eine Art Bar. Wir gingen da hinein und ich machte mir gar kein Bild vom Umfeld. Ich habe tanzenderweise mal wieder alles gegeben, und störte mich nicht an dem Ambiente, jedoch ist den anderen wohl aufgefallen, dass wir in einer Bar für Homosexuelle waren. Zitat P The Devil Dog "jetzt weiss ich wie sich Mädels fühlen wenn sie noch am Ende des Abends total müde angebaggert werden." Um halb sieben morgens ging es dann auf Umwegen, der uns mindestens noch einmal 30 Minuten gekostet hat, zurück zum Bus.
(captain-punkrock)

03.10.04 Gütersloh , Bauteil 5



Nachdem ich, nach unserem Ausflug das einpacken verpennt habe, wurde ich irgendwann auf der Autobahn nach Gütersloh wach. Super, wir sind schon fast da. Unser Kutscher Jens war zwar schon lange am Steuer aber wahrscheinlich immer noch nicht nüchtern. Denn auf dem Weg zum Club in Gütersloh selbst, meinte er unter einer Brücker herzufahren, die lt. Warnschild 3,8m hoch war. Unser Gefährt hingegen 4m. Unter der Brücke macht es einmal ganz laut Knirrsssch und zack, puff, peng flog die Dachluke über Trommel Maxe in weitem Boden hinter uns auf die Strasse. Fortan konnte Max also beim schlafen in die Sterne schauen. Wie romantisch.
Aber auch egal, denn es ging weiter in Richtung Club. Dort angekommen gab es erst einmal Begrüßungshäppchen in Form von Quark-Gurken und Käseschnittchen. Wir waren also im politisch korrekten vegetarischen Schuppen gelandet, denn auch die anshliessende Pizza hatte wohl bis auf den Käse kein tierisches Produkt zu bieten. Na ja. Was uns aber viel mehr sorgen machte wa a) Mighty Andy's Stimme, denn die war nach den Eskaparden der letzten Nacht nicht mehr da. Einfach weg. Ein klang als hätte er ein Reibeisen gefressen, was ja nicht unbedingt schlecht sein muss, aber eins, das keinen Ton halten kann, ist absolut beschissener. Auch das total ekelhafte Ammoniakgemisch von Seby, dass angeblich Wunder wirkt, half da nicht. Die Stimme war schlicht und ergreifend weg.
b) Es war da ein Mischer, ein junger Bursche, vor ort, der anscheinend Probleme mit den Ohren hatte. Denn sämtlich Rückkopplungen ließen ihn völlig regungslos hinter seinem Mischpult sitzen. Da wurde kein Regler verschoben.
Und ausgerechnet heute kam auch noch Besuch aus der Heimat und wir können nicht gescheit spielen. Aber was will man machen. Sir Uso bekam Besuch von seiner Freundin und wohin sie zwischendurch verschwunden waren, weiß ich nicht. Naja wie auch immer. Nach natürlich endlosem Warten gingen wir auf die Bühne und spielten ein arg verkürztes Set. 4 Songs vom Mighty Andy geträllert, dann noch einen Song "Running Riot" von Tourmanager Olaf und einen "Rosi" von Tom von Scrapy. Dann war nach einer guten Viertelstunde Schluss mit die Grindolls. Was soll's, The Dwarves spielen für 15€ 25 Minuten. Da waren wir ja noch richtig gut. Dieser Abend wurde von mir für Heimkommunikation genutzt und so kam es dass ich mein Akku leer telefonierte. Aber es ist auch nicht wirklich viel passiert, da wir a) Sonntag b) Tag der deutschen Einheit hatten und c) Gütersloh ja auch nicht als Rockcity bekannt ist. Erwähnenswert wäre wohl noch, dass wir mitten in der Nacht den Bus vom Club entfernen musste und Kutscher Jens, ständig als erster sternhagelvoll, den Bus noch dort weg bewegen musste. Wir fuhren bestimmt ein Viertel Stunde durch die Gegend. Am anderen Morgen, gingen wir zum Pinkeln raus und stellten fest, dass wir Luftlinie 70m von unserem alten Platz enfernt waren. Wo ist der denn bloß letzte Nacht hergefahren?
Wie auch immer wir machten uns nach einem vegetarischen Frühstück, LeTatare lässt grüssen, auf den Weg nach Mönchengladbach.
(captain-punkrock)

04.10. Mönchengladbach - Projekt 42

Scheisse, Andy´s Stimme gleicht nun ganz und gar einem heiserem Todes-Metal Engel. Das bedeutet er fährt mit Label-Gross-Mufti Mike im Auto vor nach M´gladbach, zwecks Arztbesuch. Als der Restliche Tourtross in Gladbach ankommt, gibt's für die Grindolls die Diagnose Stimmband Infekt des Sängers und wir müssen schweren Herzens die nächsten zwei Shows ausfallen lassen. Naja wenigstens können wir nen Tag zu Hause schlafen. Ich dusche drei Stunden und geniesse mein riesiges Bett, wunderbar.
Ich kann aber noch berichten, dass die anderen an diesem Abend schwer feiern und der Bus von den Gesetzeshütern in grün inklusiv Hund nach Drogen durchsucht wurde. Ergebnis: man sollte überlegen diesen Hund in Rente zu schicken oder einzuschläfern, riechen tut der auf jeden Fall nix mehr
.(phildäville)

05.10. Köln - Tsunami Club

Der Captain, Uso Porn und ich machen uns chauffiert vom Colt 45 Christoph (an dieser Stelle noch mal vielen Dank) nach Köln, im Gepäck eine Playstation für einsame Busnächte und unser Merchandise, welcher endlich geliefert wurde. El Patrico und Andy kommen erst morgen nach Illmenau. Herzliche Begrüssung und beiderseitigen eidesstattlichen Versicherungen wie sehr man sich vermisst hat, trinken wir Kölsch, das mir erstaunlich gut schmeckt. An dieser Stelle mal was zu den anderen Bands der Tour. Da wäre zum einen Derozer, schneller Punkrock mit italienischen Lyrics, in Italien ne grosse Band so mit MTV Airplay, im Tourtross die "alten" Herren. Wenn Olaf Tourmama ist, ist Seby (Sänger) wohl sowas wie der Tourpapa. Der Rest der Band Spacio, stiller sehr entspannter Drummer, Andrea Gitarrist und schließlich Mugel (halb Mensch halb Kugel) Mendez irrer Bassist mit wahnsinns Bühnenaction, muß man gesehen haben und ewig gut gelaunt, ich kenne das Geheimnis. Übrigens alles Auswärtsschläfer, wenn der Bus nicht über Nacht fährt.
Zum anderen haben wir Scrapy, die andere deutsche Band, muß heissen bayrische. Machen Ska. Kannte sie vor der Tour nicht, da ich mit Ska nicht soviel am Hut habe und ausser der Sondaschule aber die zählen nicht da ich die teilweise schon vor ihrer Schulzeit kannte und schätze. Meiner Meinung werden die Jungs irgendwie falsch verkauft, zu sehr in diese Skinhead, Rudeboys Szene, wenig Punk. Dabei sind sie für mich sowas wie die deutsche Version von Rancid, nicht als billiges Plagiat gemeint, sondern vielmehr, daß sie einen ähnlichen Sound machen und auf wunderbare Art Punkrock mit Ska verbinden ohne dabei so einen Kindergarten tätara Cali-Ska-Punk zu machen. Einfach geiler Hymnen Ska Punk zum tanzen. Die Jungs (und das Mädel) einzeln vorzustellen, würde zu lange dauern, die kennen sich ja selbst nicht alle mit richtigem Namen. Auf der Tour schwankte die Mitgliederzahl zwischen 8 und 15 Leutchen. Sie sind auf jedenfall sehr gute Freunde geworden auch wenn wir sie nicht immer verstanden, sprechen halt Bayrisch, aber können ja nicht dafür.
(phildäville)

06.10.04 Illmenau - BC Club

Obwohl El Patrico und der kränkelnde Mighty Andy sich Jim-Knopf-Style auf den Weg in den Osten gemacht hatten (inkl. Umsteigen und Fußmarsch), trafen die zwei Grindoleros deutlich früher als der restliche Tourtross in Goethes ehemaligem Jagdgebiet ein. Inmitten einer frisch sanierten Studentensiedlung entdeckte die Skank'n'Roll-Vorhut nach einem kurzen Anfall von Orientierungslosigkeit den Ort des Geschehens: Der BC-Studentenclub. Eine kleine Treppe führte in einen kleinen, verwinkelten Raum mit zwei kleinen Theken und einer kleinen Bühne - und einer fest installierten Soundanlage, die für ein kleines Fußballstadion ausreichen würde. Meine Herren! Falls gewollt, könnte man mit dem Teil alle Club-Besucher in Sekundenbruchteilen umfrisieren... Soundcheck ging fix, das Futter im Nachbarclub war ok und das Bier schmeckte auch schon wieder - fehlte bloß noch das Publikum. Das strömte jedoch zeitig herbei und bestand zu 2/3 aus studentischem Frischfleich (was kein Wunder war, da die Erstsemestler gerade ihre Einführungswoche absolvierten und verbilligten Eintritt hatten). Wer nun bebrillte Scheitelträger oder angefilzte Rollkragen-Ischen mit Diddl-Anhängern an den Rucksäcken erwartet, die sich beim Anblick einer Strom-Gitarre nass machen, liegt kräftig daneben! Das Völkchen war zwar optisch unauffällig, ging dafür aber vom ersten Song an fröhlich mit und bevor man sich versah, flog in Illmenau die Kuh! Derozer setzten diesen Abend aus (laut Veranstalter passte ihre Mucke nicht ins Konzept) - schade drum. So kamen halt nur noch Scrapy in den Genuß des motivierten Publikums. Sie spielten sich den Hintern wund. Alle tanzten. Feine Sache. Kein Wunder, dass danach erstmal kräftig Durst gelöscht wurde. Ein Knaller kam aber noch: Diejenigen, die sich an diesem Abend weniger für Vollsuff und Schlafsack interessierten, wurden per privatem Shuttle-Service in eine idyllische Pension außerhalb der Stadt verfrachtet, um in weichen Bauernbetten zu übernachten! Da fehlen einem doch glatt die Worte! Auch im Nachhinein...(elpatrico)

07.10.04 Berlin - Wild at heart

Jaja, Berlin. Da waren wir schon öfters und allseitige Freude war erkennbar. In Berlin herrscht echt ne andere Stimmung vor allem in Kreuzberg. Obergeile Gegend.
Angekommen am Wild at Heart, mußte schnell abgeladen werden, weil der Bus dort nicht stehen bleiben durfte. Egal, alles raus und rein in den Club. Der Bus parkte ca. 400m die Straße runter,... auch nich die Welt, konnte man noch gut laufen.
Der Soundcheck war für uns alle recht angenehm. Der Clubbesitzer des Wild at Heart, der den Sound macht, darüber hinaus ein Bandmitglied von "Church of Confidence", verstand etwas von seiner Anlage. Einmal zwei Lieder für unseren lieben Guido, der auch anwesend war, gespielt und rap, zap, war die Sache gegessen und wir konnten zu einem wirklichen Höhepunkt des Abends kommen.
Die ganze Zeit war schon ein Bekannter von den Derozer-Jungs vor Ort gewesen und nun stellte sich raus, dass er in Berlin zwei Restaurants besitzt und uns in eines davon einlud. Der Typ war ein echt netter Alt-Punker und der Laden sah von außen schon fast Nobel aus. Ein riesiger Teil des Restaurants war mit Tischen ausgestattet an dem sich viele verschiedene Leute tummelten. Hier saßen ganz normale Leute und zur Freude aller dazwischen immer wieder einige Punker und andere schräge Figuren. Für uns waren in einer Ecke direkt neben der Küche ein paar Tische zu einem "L" zusammengestellt, an dem schon alle anderen warteten. Also hingehockt und erst mal schön nen Glas Rotwein inne Birne. Dazu gab es dann als Vorspeise den leckersten Schinken, den ich je gegessen hab. Capaccio. Anschließend noch Nudeln und vorab gab es noch ein Stück Pizza. Der Hauptgang bestand aus Steaks mit Beilage und dann gab es noch lecker Nachtisch. Nach dem köstlichen Mahl, mußten wir nur noch unsere fetten Wampen zum Wild at Heart und auf die Bühne schleppen.
Wir konnten uns doch nach einiger Mühe erheben und zur Tür bewegen, als wir nen echten Knaller im Ausgangsbereich entdeckten. Da war doch wirklich ne Hörbar angebracht, wie in den großen Konsumplattenläden. Die CD-Cover waren fein in Metall gefasst und unter ihnen hing ein Kopfhörer. Da waren sie, fein aufgereiht: Scrapy, Derozer und unsere Scheibe. Für Jedermann zum anhören bereitgestellt,... echt geil.
Wir zurück zum Laden, die anderen sollten dann nachkommen. Ab auf die Bühne und ein kleines, feines Konzert gespielt. Der Sound war wie zu erwarten prima und das Publikum hatte auch seinen Spaß. Für die Folgebands stand heute Abend Rollentausch auf dem Plan.
Nach unserem Auftritt rockten Scrapy und anschließend Derozer das Haus und ich verstieß mit Guido mehrmals gegen das BtmG. Supi, genau wie früher,...
Verladen wurde dann direkt nachts und das so leise wie möglich, weil sonst wohl Ärger mit den Anwohnern anstand. Aber wir hatten keine andere Wahl. Wir mussten nachts gegen 3 Uhr weiterfahren, weil wir noch eine erhebliche Distanz zurückzulegen hatten. Von Berlin nach Passau, kein Zuckerschlecken,...
(mightyandy)

08.10. Passau - Zeughaus



Nachts Auto fahren finde ich eigentlich immer sehr angenehm, da kann s im Bus ja nicht schlimmer sein. 01.00 Uhr auf einem Rastplatz irgendwo in der Gegend von Potsdam kurze Pinkelpause. Passt hervorragend denn mit voller Blase schläft es sich bekanntlich nicht lange. Also alle Mann raus und Wasser lassen. Ich hab gut einen in den Kloschten und falle schon beim Besteigen meiner Koje in einen erlösenden Tiefschlaf. 04.00 Uhr ich wache frierend auf, anscheinend geht's den anderen auch nicht besser, aber der Bus steht und der Harndrang ruft, raus zum Pinkeln. Mh, irgendwie kommt mir der Rasthof sehr bekannt vor, dabei war ich noch nie in Ostdeutschland unterwegs. Die Lösung, wir sind seit dem letzten Stopp überhaupt nicht weitergefahren. Der Bus läuft beim Anlassen augenblicklich heiß. Deshalb funktioniert neben dem Motor auch die Heizung schon seit Stunden nicht mehr. Ich glaub ich muss sterben, ob an der Kälte oder aufgrund des vorzeitig unterbrochenen Ausnüchterungsschlafes. Keine Ahnung. Fakt scheint das der Bus heute nirgendwo mehr hinfährt und der MAN Notdienst auch nicht allzu schnell auftauchen wird. Jetzt kommen wir zu dem fraglichen Teil der Tour, bzw. wie weit geht Punkrock?
Austausch Bus? Schafft es zeitlich nicht mehr bis Passau. Lösung: Mietwagen. Nun die nächste Sixt Niederlassung liegt in einem Ort der wahrscheinlich noch nicht mal im Diercke Schulatlas erscheint. Also auch kein großer Fuhrpark bei Sixt. Der Siebenhalbtonner, für die Backline, kommt aus einer anderen Niederlassung. Bleiben die Autos auf dem Hof, als da wären zwei BMW, ein Mercedes und ein Smart forfour. Da wir Punker sind ist klar, daß es für den Personentransport auf einen nagelneuen 3er Kombi, einen ebenso neuen 5er und eine Mercedes C Klasse als Kompressor Modell hinaus läuft. Mir wird das Leben des 3er Kombi sowie von Tom, Kaiser, Captain und el Patrico anvertraut. Entschieden wird nach dem Kriterium wer hat zuerst aufgehört zu trinken. Ich traue es mir auch zu, also Abfahrt. Es muss noch eine nette junge Dame an Bord gewesen sein, die mir während der Fahrt sagte wo es lang ging. Leider haben wir nur ihre Stimme vernommen, nicht aber ihr leibhaftiges Antlitz erblickt. Nach ca. zweihundert Kilometern erster Stopp. Die anderen beiden Autos haben just die gleiche Idee. Was für ein Anblick kalkweiße, ungewaschene, schlecht gekleidete und total übermüdete Mittzwanziger entsteigen den Symbolen für Wohlstand und gesellschaftlicher Zugehörigkeit. Ich glaube einige Besitzer Autos gleicher Bauart haben bei diesem Anblick sofort an ihrem Lebenssinn gezweifelt. Da ist dann vielleicht doch eine alte Punkrock Attitüde zu erkennen, den Schockeffekt. Jaja, man kann sich alles zurechtlegen. Anyway. Nach vierstündiger Fahrt werden wir zu unserer eigenen und der Sicherheit der Autos auf einen Hinterhof Parkplatz des Zeughauses geschleust.
Mit 500 Gästen war, dies eines der grössten Konzerte der Tour und auch ein sehr gutes für alle Bands. Besonderheiten: Ein paar junge Herren haben beim Scheren ihres Kopfes wohl ein wenig zu tief gesägt und gleich einen Großteil ihres Gehirnes mit zerstört. Ihre Auslegung des Pogo, besteht aus gezielten Schlägen in die Menge, dabei keine Rücksicht auf das Geschlecht nehmend. Wir haben den Soundtrack für solche Typen auf unserer aktuellen Platte – "El Asso". Die Aftershow Party fällt recht unterschiedlich aus. Ein Teil besucht noch das lokale Nachtleben, ein grossteil Scrapys geht mitsamt Freundin in die heimische Liebeshöhle, der verbleibende Rest gibt sich eine "Drei ???" Folge als Gute Nacht Schmankerl im reparierten und zu später Stunde in Passau eingetroffenen Bus. Gute Nacht und ...Freude am Fahren!
(phildäville)

09.10.04 Wien - Arena

Nachdem wir im strömenden Regen das gesamte Equipment verladen hatten, erwartete uns auf der Fahrt eine tragische Geschichte über den Mißbrauch von Alkohol. Orgel- Maxes Freundin letzte Nacht extra ein Hotelzimmer gebucht, um Ihm die Wunden der vergangenen Tage zu lecken. Dummerweise hat Sie sich für dieses Vorhaben etwas zu viel Mut angetrunken. Völlig niedergeschlagen gestand Max uns ein, dass absolut nichts mehr ging. Statt Befriedigung der schönen Art durfte er lediglich einen Eimer für die recycelten Getränke seiner Freundin halten.Armer, armer Max ...
Zum Konzert gibt es eigentlich nicht viel zu sagen.Die Arena war viel zu groß und entsprechende Leere bot sich uns vor der Bühne.
Die einzigen Lucky Loser dieses Abends waren der Uso und Sebi von Derozer.
Sebi erwachte am nächsten Tag nicht alleine in seinem Bett und Sir Uso Porn hatte das Glück, das seine Freundinn den weiten Weg nach Wien nicht gescheut hat und im Hotel auf Ihn wartete. Aus der Tragödie vom Maxe gelernt gab es striktes Alkoholverbot...
(sirusoporn)

10.10. Budapest - Blue Hole Club

Noch sind wir in Wien. Ich beschliesse, dass meinem Körper eine Dusche durchaus guttun würde. Also quäle ich mich aus der Koje, über das Arena Gelände im kalten, diesigen Wien und überlege wann ich das letzte Mal Geduscht habe. Das Ergebnis erschrickt mich, vor vier Tage hat alles unterhalb meines Gesichtes zuletzt Wasser gesehen. So kann das ja auch nichts mit den Mädels werden. Toll im "Backstage"-Haus gibt's nur eine Dusche, man muß anstehen und ich bekomme nur kaltes Wasser ab. Dafür werde ich Zeuge eines seltsamen Gesprächs. Ich komme aus der Dusche, im Flur steht nur eine verkaterte Punkette, die grad aus dem Band Schlafraum gekommen ist und mich irritiert fragt: "Weißt du mit wem ich hier war?" Na mit mir sicherlich nicht. Herrlich, das nenn ich mal Groupietum, thumbs up und fuffis im Club...
Der Blue Hole Club liegt in ner echt fertigen Gegend von Budapest, ist aber sehr edel eingerichtet, so mit Teppich auf dem Boden und an die Wänden. Heute gibt's nen Mischer der an uns übt, mir egal, bin bekifft und die Ungarn störts auch nicht. Uso Porn und ich geben Autogramme auf Körperteilen minderjährigen Mädchen, ganz ganz gross. Es gibt nur zwei Bandbier, der Rest muss teuer (3,- Euro 0,5l) bezahlt werden, ganz ganz klein. Alle baggern die lokale Mercherin an, lässt alle eiskalt abblitzen, ganz ganz arm. Mir erzählt eine, das sie meinen Oberkörper toll findet jetzt aber nach Hause zu ihrem Freund muß, ganz, ganz deprimierend. Mighty Andy, vollzieht mit einer jungen Austauschstudentin den Liebesakt in einer unserer Koje, ganz, ganz großer Verrenkungsakt. Die Typen vom Club kappen uns den Strom zum Bus und schließen das Parkplatztor ab, ganz, ganz armselig. Budapest 3.00 Uhr morgens etwas über 5 Grad Celsius, keine externe Stromzufuhr = keine Heizung im Bus, ganz, ganz kalt. Kurze Besprechung unter den Wachgebliebenen aka Olaf, Seby (Derozer), Uso Porn und mir. Ergebnis Schloss am Tor knacken, da keiner auf dem Gelände im Besitz eines Schlüssels ist, ganz, ganz albern. Grad als ich mit vollem Körpereinsatz das Scharnier bearbeite kommt eine ältere Dame, die plötzlich einen Schlüssel zur Hand hat, ganz, ganz selbstverständlich. Super Kutscher Jens kann endlich den Bus vom Gelände fahren, natürlich falsch rum durch eine Einbahnstrasse, ganz, ganz Punkrock. In der uns direkt die ungarische Staatsmacht entgegenkommt, ganz, ganz unangenehm. Austauschstudentin mit Sprachkenntnissen rettet die Situation, ganz, ganz dankbar. Ganz, ganz goodbye Ungarn.
(phildäville)

11.10. LJUBILIANA - (oder wie man das auch immer schreibt) Galla Halla

Zunächst kann man einmal froh sein, wenn man die Busreise in Slowenien weitestgehend verschlafen hat. Laut Steuermann Jens sind wir wohl einige Serpentinen in lausigstem Zustand rauf und runter gezuckelt. Ein Anblick, der jeden Otto-Normal-Verbraucher an den Rand eines Nervenzusammenbruchs getrieben hätte. Heil angekommen sind wir trotzdem - also drauf geschissen... Der Club befand sich auf einem ummauerten Gelände im Zentrum der Stadt und war umgeben von einer kleinen "alternativen Siedlung" voll mit merwürdigen Skulpturen aus Holz und Stahl. Dann kam mal wieder alles anders:
Überraschung Nr.1: Wir sollten nicht (wie angekündigt) in der Gala Hala spielen. Dort war nämlich aus irgendwelchen Gründen für diesen Abend ausländische Death-metal-Prominenz eingeplant.
Auch gut. Der "Ersatzclub" war nur drei Häuser weiter...
Überraschung Nr.2: Eben dort angekommen, taucht eine nette junge Dame auf und erklärt, dass je einer von Scrapy und den Grindolls umgehend beim lokalen Radiosender erwartet wird. Stichwort: Live-Interview! Nach einem kurzen demokratischen Akt ("Weisse wat: Geh du!"- "Ja genau." - "Find ich auch!") werden also Kaiser und El Patrico in nem klapprigen VW-Jetta durch die Stadt chauffiert. Der Sender befindet sich auf dem Gelände der hiesigen Universität und versorgt wohl die ganze Region mit nem Programm a la EinsLive. Der in Dortmund (!) geborene Moderator stellt sich als ein eher ruhiger Zeitgenosse heraus, der sich anscheinend brennend für die politische Seite von Scrapy interessiert. Dementsprechend fixierte sich der gute Mann weitestgehend auf den stellenweise irritierten Kaiser, der sich redlich bemühte, der merkwürdigen Diskussion Herr zu werden. Hin und wieder durfte aber auch El Patrico mal nen Satz sagen. Aber den fand der Journalist wohl eher langweilig und er fahndete daher umgehend wieder nach Kaisers Meinung zur Lage in Palästina oder zur politischen Situation in Deutschland. Seeehr merkwürdig, das Ganze...
Überraschung Nr.3: Kaum sind alle Skank'n'Roller wieder vereint, gibt's endlich Futter. Diesmal aber alternativ. Chili...ein RIESEN-Pott...draussen...bei gefühlten 3 Grad über Null! Allerdings war das Zeug so heiß und, sagen wir mal, würzig, dass man die Umweltbedingungen auf den Holzbänken schnell ignorieren konnte. Bierchen dazu. Die Laune steigt.
Überraschung Nr.4: Im Club hat man auf 3 Meter Höhe seitlich der Bühne eine Plattform installiert, von der aus eine Wendeltreppe in den hinteren Publikumsraum und eine schmale Holzstiege direkt auf die Bühne führt. Darauf waren Sessel, Tische und ein mit Bier vollgepackter Kühlschrank platziert, so dass man als Musiker in aller Ruhe die Zunftgenossen bei ihrer Arbeit zusehen konnte. Feine Sache das. Aber nicht ohne Tücken! Denn im vollen Kopf wird eine Wendeltreppe gerne mal zum Spielverderber, wie El Patrico im weiteren Verlauf des Abends feststellen musste als er das Teil in Tiefflieger-Manier nahm. Wie sagt der Bayer: Prellungen SATT!
Ach ja: Musik gab's auch. Erstmal ne lokale Band vorweg. Keine Ahnung, was das war. Alles rumpelt und dröhnt. Der "Sänger" kreischt. Voll daneben. Aber die Drummerin war wohl ganz niedlich. Als nächstes die Grindolls: Tänzer - Applaus - solide! Dann Derozer: Exil-Italiener im Publikum - Gastsänger auf der Bühne - erstaunlich! Schließlich Scrapy: Bühnensound is schrott - Publikum is gut - passt schon! Der gemeinsame Abend entwickelt sich anschließend noch recht feucht-fröhlich (nettes Völkchen die Slowenen!) und endet aufgrund umfassender Bierreserven und einer ebenso großen Ration Rauchwaren in den Erinnerungen aller Beteiligten äußerst nebulös.
(elpatrico)


Slowenien

12.10. Innsbruck / PMK

Der magische Tag 13:

13.10. Regensburg - Alte Mälzerei

Regensburg, Heimat von Mad "The Drumms" Max und Wolf !
Alles fing so vielversprechend an: Wir waren pünktlich, wir konnten duschen und wir bekamen Lasagne. Allerdings nicht in der Alten Mälzerei, sondern beim Max zu hause.Gott vergelts Ihm tausendfach !
Nachdem Mighty A knapp am Dauer-Dusch Rekord gescheitert war, machten wir uns als rezivilisierte auf zum Club. Dort erwarteten uns wie immer die drei magischen A´s: AUSLADEN, AUFBAUEN, AKKLIMATISIEREN ! Letzteres stellte sich allerdings als schwierig heraus, da Bühne sich im Keller befand, der Backstage-Raum in der 2. Etage und was am schlimmsten war, es gab nirgendwo Bier! Snickers satt, aber kein Bier!
Das sollte sich auch nicht ändern. Wir erhielten lediglich drei Getränkemarken, welche dem Veranstalter die Auszeichnung zum Volldepp der Tour sicherte.Da der skank`n`Roll Motor ohne Sprit nicht läuft, haben wir uns kurzerhand selbst versorgt. Gut vorgeglüht bestiegen wir schließlich die Bühne und boten der gut gefüllten Mälzerei eine rekordverdächtige Aufwärmrunde.Am Ende unseres Sets war das Publikum bereit für DEROZER. Mit der bekannt schnellen Kurvenlage brachten die vier italienischen Hengste den Raum in den roten Bereich. Zum Schlußsprint spielten dann SCRAPY auf, welche den absoluten Rundenrekord aufstellten. Die Mälzerei tantzte und tobte was die Doc Martens her gaben. Nach dem "Rennen" stand noch die Siegerehrung an, bei der Champus in strömen floß. Insgesamt ein schöner Abend, der seinen Höhepunkt auf der Schlafcouch vom Maxe fand. P the Teufelsköter himself arbeitete im Schlaf das Renngeschehen nochmal mit Nikki Lauda und Kai Ebel auf, und raubte uns somit nicht nur den Schlaf, sondern auch den letzten Nerv!
Er beteuert seine Unschuld bis heute...
(sirusoporn)

14.10. BAD WINDSHEIM - Scheune

Hach, wat isset schön, wenn man als Großstadt-Rocker auch mal die Gelegenheit bekommt, idyllisches Dorfleben kennenzulernen. Unter diesem Gesichtspunkt war
Bad Windsheim eine echte Bereicherung für die Skank'n'Roll-Tour. Harmonisch eingefügt in eine ruhige Fachwerklandschaft stand sie da: Die "Alte Scheune" - ein Jugendzentrum, das von einem sehr netten jungen Herrn mit rasiertem Haupt geleitet wird, der eine ausgeprägte Vorliebe für Punk und Ska besitzt.
Nach der üblichen Ausladerei war es bald auch schon Zeit für den Soundcheck. Normalerweise eine unspektakuläre Notwendigkeit - diesmal ein Kapitel für sich!
Der Mischer war nämlich zwar ruhig, freundlich und bemüht, hatte aber leider auch eine höchst eigene Auffassung von seiner Aufgabe. Sein erklärtes Grundkonzept
war es, die Bühnenmonitore in den gesamten Raumlang mit einzubinden. Dementsprechend drehte der Knabe erstmal die mannshohen Boxentürme kräftig runter. Is ja auch klar: Wer im Publikum brauch schon laute Musik aus riesigen Boxen, wenn da schon ordentlich was aus den Monitoren in die Gesichter der Musiker ballert. Geiler Gedankengang! Sämtliche Skepsis an diesem Prinzip konnte der zottelige Herr der Knöpfe aber mit zwei fast schon metaphysisch anmutenden Weisheiten beiseite fegen:
a) Die Scheune is schwer zu mischen. (?)
b) Man muss der Scheune eine Chance geben. (?!?) Dem haben wir uns dann auch alle brav gefügt. Wer will auch schon groß diskutieren
und damit einen haßerfüllten Mischer riskieren, wenn er stattdessen Bier trinken kann.
Dann ging's los. Scrapy hatten noch gewettet, dass maximal ein Dutzend Leute auftauchen würde. Letzten Endes kamen aber doppelt so viele...TUSCH! Naja, was
soll's. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube...ihr wisst, was ich meine... Die Grindolls rocken. Das Publikum zeigt stellenweise Sympathie. Derozer rocken.
Das Publikum mag auch sie ganz gern. Scrapy rocken. Ein halbes Dutzend Leute tanzen Ringelpiez mit Anfassen und verschütten dabei ihr Bier. Im Grunde ist der Abend alsoebenso beschaulich wie der ganze Ort. Aber 3 skurrile Ereignisse machen Bad Windsheim dann doch noch weiter bemerkenswert:
1. Ein durchgeknallter Vogel mit zweifelhaftem Ruf und zwei Promille verlangt erstmal ne Viertelstunde lauthals, dass Mendez (Derozer) ihm ein Kind macht (?!),
und zeigt später bereitwillig einem amüsierten Biertom (Scrapy) seinen Schniedel, um ne CD abzustauben. Hat aber nich geklappt - das Würmchen war zu klein, hehe!
2. Ein kleines mädel kommt zu Uso Porn und will ein Autogramm auf den Bauch haben. Sir Uso ist ein freundliches Kerlchen, also tut er ihr den Gefallen.
Daraufhin kommt der kleine Freund des kleinen Mädels plötzlich angeschossen und macht nen Zwergenaufstand (im wahrsten Sinne des Wortes). Der Knirps schreit, geifert und tobt, dass es für alle Zuschauer eine helle Freude ist...
3. Nach Ladenschluss schleppt ein hackedichter Uso Porn ein bizarres kleines Punkermädchen in den Bus und labert sie ununterbrochen voll, wobei er alle Nase lang "furchtbar" und "blitzsauber" sagt, und alle Businsassen zu Tode nervt, die nicht schlafen konnten. Die kleine Muse hatte zu allem Überfluß nicht nur nur kräftig Metall im Gesicht, sondern hatte sich auch einen waschechten Nietengürtel in den Wanst piercen lassen!!! Ganz großes Kino...
Ach ja: Und dann war da noch der Hardcore Scrapy-Fan, der sich den ersten Aufnäher seiner Lieblingsband für über 100 Euro bei E-Bay ersteigert hat...
(elpatrico)

15.10. St. Gallen/Grabenhalle (Freitag, 04.10.04)


Jo, ab in die Schweiz. Wir hatten ein wenig Angst vor dem "Saubersten Land der Welt", aber alles sollte anders kommen bzw, besser. Die Halle war wirklich riesig, erinnerte irgendwie an eine große Turnhalle mit na Bühne auf einer kurzen Seite. Die Bühne war zwar nicht so groß wie in Windsheim, aber doch ein ganz schöner Brecher. Circa nen Meter hoch und schön tief, mit Schlagzeugpodest. Saugeil. Hinten und an den Seiten schön mit Molton abgehängt, ne Stange die man hinterm Schlagzeug runterlassen konnte um das Backdrop Gedröne da festmachen zu können. Sogar vor dem Schlagzeugpodest standen Scheinwerfer die nach oben gerichtet waren. Die haben ehrlich gesagt ein bißchen den Weg versperrt und man hatte die ganze Zeit Angst das man drauftritt, aber... einfach saugeil !
Wir begannen sofort alles aufzubauen und uns auf den Soundcheck vorzubereiten. Wir haben ma kurz Rücksprache mit dem Mischer gehalten und da konnte man auch mal ganz neue Welten kennenlernen. Der Typ war gut richtig gut und in allem was er machte und sagte sehr überzeugend. Ein Beispiel: Wir haben vier Gesänge vorne. Also stellt er uns "natürlich" auch vier Monitorboxen hin. Wir haben alle unsere eigen Monitorbox ? Kann nich sein ?! Einfach göttlich !
Nächster Hammer: Wir müssen uns täglich um neuen Vorrat an "Kräutern" kümmern, der kreative Geist will schließlich gefüttert werden. Bei der Frage danach, zückt einer der Veranstalter ein Beutelchen mit einem Aufkleber drauf: "Aroma-Therapie" - Is klar, "Aroma-Therapie". Mit dieser schönen Umschreibung konnte man das Zeug hier so halblegal bekommen. - "Hier, für euch alle. Wenn ihr mehr wollt, sagt bescheid." Nö, ich glaub nicht. Das war ein praller Sack voll, der sollte reichen... Ich kanns nich glauben, was geht den hier ab ? Bin ich im gelobten Land, oder was? Echt unglaublich....
Weiter gings mit den Soundchecks bei denen wirklich jeder zufrieden war und danach nach hinten, Backstage. Der war auch echt gemütlich. Hier standen eine Couch und eine Sitzbank und was noch viel wichtiger war, ein immer wieder frisch aufgefüllter Kühlschrank mit allen möglichen Getränken. Als wir so im Backstage rumsaßen, befiel fast alle der "Platt-Virus". Alle waren irgendwie voll gerädert und fühlten sich, als würden sie krank werden.
Da kam der bekloppte Kaiser Scrapy auf die tolle Idee, Bier in der Mikrowelle warm zu machen und es wirklich zu saufen. Das trieb allen die Kotze bis zum Kehlkopf und war zudem noch ein Verstoß gegen das "Elfte Gebot" aus den eigenen Reihen. Wie oft soll ich es den noch sagen: Man baut keinen Scheiß mit Bier !
Essen gabs im Keller. Ein komisches Kartoffelomelett, Rösti genannt. War ganz lecker, aber wer das nicht mochte, war echt in den Arsch gekniffen. Da gab's außer Salat nicht viel mehr (doch Spiegeleier Anm. Redakteur).
Aber dann war's soweit und wir durften endlich auf diese Pornobühne. Ab ging's. Die Fläche vor der Bühne war erst noch leer, aber als die Leute mitbekamen wie viel Spaß wir eigentlich am Auftritt hatten, kamen sie doch sehr schnell nach vorne und schwangen ihre Ärsche durch die Gegend. Der vorletzte Auftritt und ne Abspritzbühne. Also reingehauen und die Leute im Hintergrund feierten auch mit. Alles lief so reibungslos, sogar die Lichtleute, mit denen wir vorher noch über unser Licht gesprochen hatten, reagierten wie die Oberprofis. Wenn man mit der Hand einen Pistolenschuss auf einen der Scheinwerfer andeutete, schalteten die wirklich den Scheinwerfer aus. Pure Begeisterung über "Das sauberste Land der Welt". Ihr wart ganz groß! Ganz groß!
Die ganze Zeit stand ein Mädel vor der Bühne, die uns mit "Härter!" "Schneller!" - Rufen bombardierte. Konnten ihr nicht so ganz dienlich sein, wir machen kein Hardcore. Aber die nächste Band war auf dem Weg zur Front. Derozer machten zwar auch in keinem Fall Hardcore, aber ihr sollte geholfen werden,...
Scrapy zogen auf dieser für sie wirklich wunderbar proportionierten Bühne alle Register. Resultat: Die Menge tobte.
Irgendwann, als wir den Backstagebereich nach dem Konzert verließen, schaffte es einer nicht mehr. Wir rannten schon fast aus dem Backstage raus, weil einer unserer Mitstreiter dringend zum Klo musste, aber daraus wurde nichts. Als er im vorbeirennen die vielen leeren Bierbecher rumstehen sah, wurde ausgepackt und direkt in einen 0,5l Becher gestrullt. Unglaublich. Wir mussten sogar noch einen Becher dazustellen. Sorry Leute, es war echt schön bei euch, es war ein Unfall, wir wollten das nicht,.... verzeiht uns....Des Scrapy's Kaiser hat noch ein Tour T-Shirt entworfen. Zwar schlicht und schwarz, aber sehr kleidsam… ob Müllsäcke mal in Mode kommen?
(mightyandy)

16.10. Wetzikon/Kulti


In Wetzikon angekommen konnten wir direkt den Schuppen entern. Im Gegensatz zum Tag davor echt ein Schuppen, aber der Laden war riesig groß und der letzte Abend war angebrochen. Auf uns wartete ein riesiger Backstageraum mit mindestens 8 Couchen. Die waren nicht alle für uns, den heute Abend sollten noch zwei andere Bands spielen, Lame ducks und Jesse James....kurzes Fazit: Musik: OK wer's mag und Typen: Kacke)
Heute lies sich glaub ich keiner lumpen. Schon vor dem Konzert wurde getankt was das Zeug hält und als wir endlich auf die Bühne mussten, waren wir schon recht angeschlagen. Der letzte Auftritt, also alles auf eine Karte. Die Halle war bei Beginn sehr leer, was um 20 Uhr nicht verwunderlich war ( 5 Bands, ihr erinnert euch) aber schon nach ein paar Akkorden füllte der doch sehr große Saal sich zusehends. Also, 1,2,3, die Menge gerockt und der Applaus sprach auch wieder für sich. Wieder schnell runter von der Bühne und ran ans Bier,... Das ganze Konzert lief mehr oder weniger an uns allen vorbei, wenn sie nicht zu beteiligten Band gehörten. Scrapy hatten eh wieder Besuch von einigen Gastbläsern bekommen und eh war jeder auf der Suche nach der totalen Dröhnung um den kommenden Abschied zu vermeiden oder zumindest den Schmerz zu lindern. Eins wurde jetzt und hier sehr klar. Wir waren uns in den letzten 2,5 Wochen sehr nah gekommen (bitte nichts falsches denken; Anm des Redakteurs) und jeder hatte irgendwie Angst, dass jetzt alles vorbei ist. Unter totalem Rausch konnte wir noch einmal die wunderbaren Derozer und die göttlichen Scrapy Leute bewundern, wie sie wirklich jedem in den Arsch traten.
Nach ihnen sollten die beiden anderen Bands spielen. Das war perfekt. Die Jungs spielten die Hintergrundmelodie zu unserer Abschiedsfeier. Irgendwie entstand ein kleiner Tumult im Backstageraum. Derozer waren uns schon bis hierhin mit ihrem Bus gefolgt und die gesamte Scrapy-Crew wollte sich an dem Abend dort mit mehreren PKW´s und einem LKW abholen lassen, also beide wollten heute Nacht noch von uns scheiden,...
Ich bin mir absolut sicher, wäre alles noch ein bisschen in kleinerem Kreise gehalten worden, dann wären Tränen geflossen. Jungs, et war ne total geil Zeit mit euch. Genau die Zeit, von der man erzählt, wenn man als alter Opa im Schaukelstuhl sitzt und seinen Enkeln total auf den Sack geht, weil man diese Geschichte schon zum 1000sten mal erzählt,...
Egal welche Bank ihr ausrauben wollt und welchen Fascho ihr umnieten wollt (für die Seppl'n mach ich mich doch nicht strafbar Anm. Redakteur), wir sind dabei!
Diese 17 Tage werden wir nie vergessen. Danke, an alle die mit waren, an Jens, an Olaf und an Mad Mike der alles erst möglich gemacht hat. Dank an alle Leute, die vor Ort für einen reibungslosen Ablauf sorgten und die Party eingestielt haben. Dank an alle unsere Gäste und Leute die mit uns gefeiert haben.(mightyandy)

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