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Die Schreiberlinge
        
Captain-Punkrock sirusoporn mightyandy pthedevildog elpatrico
30.09. Göttingen
JUZI
   
Göttingen, alte Studi Stadt,
Wahlheimat von Label Chef Mike und "Skank´n´Roll"
Tour Auftakt. Unsere Mitstreiter der nächsten 2 ½ Wochen,
Scrapy (Streetska aus Passau, Bayern) und Derozer (Punkrock aus Vincenze,
Italien), sind schon da also direkt schüchterne Begrüssung und
namentliche Vorstellung. Bei mir hört das Gehirn nach dem dritten
Scrapy Mann auf mitzuarbeiten, aber die sind ja nur zu neunt, dazu natürlich
noch vier italienische Namen. Ich beschliesse das Namen-merken auf später
zu verschieben, im Moment muß "eh, hallo du da" reichen.
Die Tourmama alias manager macht der Olaf (Sänger bei den Stagebottles
und an zweitausend anderen Bands beteiligt), der uns gut bekannt ist,
ein Grindollero hat ihm im Frühjahr sein Bad unter Wasser gesetzt.
Der Chef persönlich testet an seinen, als Leibeigene gehaltenen,
Bands ein paar neue Rezepte aus. Hat geschmeckt, werden s also nicht wieder
vorgesetzt bekommen! Ah ja, musiziert wurde auch, Sound ist gut, im neuen
Tourset rumpelt es noch ein bisschen, aber allen gefällts. Danach
Derozer und Scrapy, machten beide auch Musik hab ich mir aber nicht
gegeben, lieber mit alten Bekannten gequatscht. Nach dem Konzert gehts
in die Milch-, Sonder- oder Wunderbar keine Ahnung wie die in Göttingen
heisst in Berlin gibts die Milchbar mit lecker Mexicanern
leider ist die süße R´n´R Prinzessin, unseres
letzten Besuches im Frühjahr, nicht mehr hinterm Thresen sondern
ein alter Sack. Et gibt Äppelwoin und ein Grindolls-Alter-Raten durch
die Fili (Posaune Scrapy), schätzt uns alle auf "um die zwanzig"
ausser El Patrico, den auf dreissig...was bleibt zu sagen: forever young
mit Jade! (pthedevildog)
01.10. Braunschweig Fireabend
  
So, ab heute also mit Nightliner!
Nicht nur ein Nightliner nein ein Metropol Nightliner, Alter. Ein dreissig
Jahre alter Doppelstöcker der BVG, in windschnittigem rot lackiert,
abgedunkelte Scheiben, 12 Schlafkojen (auf bayrisch: Poooofen), ein Loungebereich
mit Fernseh-, DVD-, Verstärkerkombination ganz im Stil vom Waldorf
Astoria gehalten (Deckenhöhe 1,50 "passt doch",
Zitat Kaiser [Gitarre Scrapy]), ein Nassbereich mit Dusche und Toilette,
ein Kühlschrank, eine Mikrowelle, eine Kaffeemaschine und eine Gaskammer
(steht original so auf nem Stauraum im Bus, nur in Englisch). Bei Vergehen
gegen von Olaf eigenmächtig aufgestellte Regeln wird ein Verbleib
in ihr angedroht. ALLE singen "Viva Colonia", Olaf nicht, der
kann nur drohen... (hey ihr pc-Ritter, ist nur ein Spass, wenn auch ein
makaberer, an unserer links Orientierung lässt sich nichts rütteln).Die
Fahrt nach Braunschweig wird in lässigen vier Stunden (ca. 200 km)
bewältig. Ich lerne langsam die Namen meiner Mitfahrer. Ich
kenn mich in Braunschweig nicht aus, aber das Fireabend liegt meiner Ansicht
nach am Arsch der Hölle und der Club ist offensichtlich eine alte
riesige Lagerhalle. Den Musikern unter Euch schwant wahrscheinlich schlimmstes,
grotten schlechter Sound, Publikum, das sich über die ganze Halle
verteilt und wie eine Bockwurst im Hausflur wirkt. Mir ging es jedenfalls
so. Aber, der Mischer, ein Supertyp ("ey, du willst nix mehr und
jetzt runter von der Bühne, die anderen wollen auch noch nen Soundcheck")
hat seine Anlage und die Halle voll im Griff, also ist der Sound schon
mal gut. Jetzt fehlt nur noch Publikum. Das Fireabend wird von einem Verein
betrieben, der ungefähr sechshundert Mitglieder hat. Also der Schuppen
war voll, auch vor der Bühne. Schön gemischtes Publikum, sogar
n paar Greaser und ordentlich Würfel und Kirschen Chicks, leichtes
Spiel für uns. Und für Derozer und sowieso für Scrapy.
Anschliessend wird zum erstenmal richtig getrunken und der Captain tanzt
für drei. (phildäville)
02.10.04 Hamburg - Knust

So, als wir in Braunschweig aufwachten
und uns auf den Weg nach Hamburg machten in unserem fahrenden Domizil
wurde uns zum ersten Mal bewusst, wie lahmarschig wir unterwegs waren.
250 km, 5 Stunden. Aber es war ja genügend Bier im Bus. Also Tassen
hoch. Das erste was wir von Hamburg zu Gesicht bekamen war das Millerntor,
denn eine deutsch - italienische Gemeinschaft, in Person von Seby (Derozer)
und ÖÖÖÖÖÖÖÖÖlaf (Tourmanager)
schauten sich das an diesem Tage stattfindende Fußballspiel St.
Pauli - Fortuna Düsseldorf 95 an. Pauli hat wohl unspektakulär
2:1 gewonnen. Wir, die anderen, fuhren derweil fort um uns auf die Suche
nach dem Club zu machen. Als wir ihn gefunden hatten und feststellen mussten,
dass noch niemand vor Ort war, machten wir in einiger Entfernung halt
und warteten. Wir schauten derweil diverse DVD und warteten. Als dann
die Nachricht eintraf, wir können zum Club kommen und ausladen, stellten
wir mit Erschrecken fest, dass der Bus beim Startversuch keinen Laut mehr
von sich gab. Nicht mehr genügend Strom
. mmmmhm
was nun.
Wir hatten die Batterie leer gesaugt. Einen Techniker für unseren
mindestens 30 Jahre alten Bus aufzutreiben ist in etwa genauso schwer,
wie heutzutage jemanden zu finden, der einem neue Grammophon Schallplatten
verkauft. Also sind wir erstmal zu Fuß zum Club getingelt und haben
uns den angesehen. Gemessen an unseren Verhältnissen ein Club der
Superlative. Aufgang zur Bühne vom Bachstagebereich und der ganze
Club war eine alte Industriekulisse. Ein alter Schlachthof eben. Sehr
schick. Doch später mehr.
Derweil gab es nämlich Probleme am Bus. Ein Techniker war zwar informiert,
aber noch lange nicht vor Ort und wir parkten auf einer Straße in
zweiter Reihe. So weit kein Problem. Aber plötzlich kam das so eine
alte Schrulle und wollte aus ihrer Parklücke, die natürlich
hinter dem Bus lag. Na ja zumindest halb. Denn mit ein wenig Fahrkunst
und / oder Mut eines Mannes hätte man das Gefährt locker an
dem Bus vorbei bekommen, aber die Alte zickte rum, "ich lass keinen
von Euch damit fahren, dafür ist der Wagen nicht ausreichend versichert
und außerdem ist neu." Wie neu, dat schäbige Polo-Teil
mit der fetten Beule auf der Fahrerseite? Aber ich hatte meinen, beim
Kauf 12 Jahre alten Golf, ja auch mal neu???!!?? Aber die Alte ließ
nicht mit sich reden und so mussten wir, wohl oder übel das 10 Tonnen
Bus Gefährt zur Seite schieben.
Alle angepackt und los
erstaunlicherweise ging es ganz gut. Nur
schade, dass die Zicke beim Ausparken nicht tatsächlich das heranrauschende
Auto gerammt hat. Pech, knapp vorbei.
Derweil hatten die Jungs von den Skatoons mit ihrem VW Bus unsere Plörren
im Shuffleverfahren in den Club gebracht. Aufgebaut war auch schon alles,
als wir in den Club zurückkamen. Das lob ich mir. Also, nun das Warten
auf den Auftritt. Einige vetrieben sich die Zeit mit Duschen... andere,
es war ja Samstag, mit der Sportschau. Um 22.30 Uhr sollte es losgehen,
als um 22.10 Uhr die Skatoons ankamen und darauf drängten zu starten.
"Meint ihr wir wollen nicht um 3 Uhr heute Nacht spielen?",
"Mir doch egal, wir haben Euch nicht eingeladen."Nichtsdestotrotz
enterten wir kurz darauf die Bühne und lieferten einen unserer besten
Gigs der ganzen Tour ab. Die anderen Bands auch wie gewohnt gut und dann
kam die Skatoons, die doch tatsächlich um 1.30 Uhr noch ein 90 minütiges
Programm spielten. Kann also doch nicht so schlimm gewesen sein, dass
ihr so spät gestartet seid, oder? Danach kam P The devildog, Mighty
Andy und mir noch die Idee mit zwei angereisten Oberhausenerinnen, auf'n
Kiez zu gehen. Gesagt getan. Gelandet sind wir im Molotow. Im Keller wurde
Punkrock groß geschrieben, doch leider schlossen sich die Pforten
dieses Clubs binnen 10 Minuten. Da half kein Bitten und kein Betteln.
Also ab nach oben, da war noch so eine Art Bar. Wir gingen da hinein und
ich machte mir gar kein Bild vom Umfeld. Ich habe tanzenderweise mal wieder
alles gegeben, und störte mich nicht an dem Ambiente, jedoch ist
den anderen wohl aufgefallen, dass wir in einer Bar für Homosexuelle
waren. Zitat P The Devil Dog "jetzt weiss ich wie sich Mädels
fühlen wenn sie noch am Ende des Abends total müde angebaggert
werden." Um halb sieben morgens ging es dann auf Umwegen, der uns
mindestens noch einmal 30 Minuten gekostet hat, zurück zum Bus. (captain-punkrock)
03.10.04 Gütersloh , Bauteil 5
  
Nachdem ich, nach unserem Ausflug das einpacken
verpennt habe, wurde ich irgendwann auf der Autobahn nach Gütersloh
wach. Super, wir sind schon fast da. Unser Kutscher Jens war zwar schon
lange am Steuer aber wahrscheinlich immer noch nicht nüchtern. Denn
auf dem Weg zum Club in Gütersloh selbst, meinte er unter einer Brücker
herzufahren, die lt. Warnschild 3,8m hoch war. Unser Gefährt hingegen
4m. Unter der Brücke macht es einmal ganz laut Knirrsssch und zack,
puff, peng flog die Dachluke über Trommel Maxe in weitem Boden hinter
uns auf die Strasse. Fortan konnte Max also beim schlafen in die Sterne
schauen. Wie romantisch.
Aber auch egal, denn es ging weiter in Richtung Club. Dort angekommen
gab es erst einmal Begrüßungshäppchen in Form von Quark-Gurken
und Käseschnittchen. Wir waren also im politisch korrekten vegetarischen
Schuppen gelandet, denn auch die anshliessende Pizza hatte wohl bis auf
den Käse kein tierisches Produkt zu bieten. Na ja. Was uns aber viel
mehr sorgen machte wa a) Mighty Andy's Stimme, denn die war nach den Eskaparden
der letzten Nacht nicht mehr da. Einfach weg. Ein klang als hätte
er ein Reibeisen gefressen, was ja nicht unbedingt schlecht sein muss,
aber eins, das keinen Ton halten kann, ist absolut beschissener. Auch
das total ekelhafte Ammoniakgemisch von Seby, dass angeblich Wunder wirkt,
half da nicht. Die Stimme war schlicht und ergreifend weg.
b) Es war da ein Mischer, ein junger Bursche, vor ort, der anscheinend
Probleme mit den Ohren hatte. Denn sämtlich Rückkopplungen ließen
ihn völlig regungslos hinter seinem Mischpult sitzen. Da wurde kein
Regler verschoben.
Und ausgerechnet heute kam auch noch Besuch aus der Heimat und wir können
nicht gescheit spielen. Aber was will man machen. Sir Uso bekam Besuch
von seiner Freundin und wohin sie zwischendurch verschwunden waren, weiß
ich nicht. Naja wie auch immer. Nach natürlich endlosem Warten gingen
wir auf die Bühne und spielten ein arg verkürztes Set. 4 Songs
vom Mighty Andy geträllert, dann noch einen Song "Running Riot"
von Tourmanager Olaf und einen "Rosi" von Tom von Scrapy. Dann
war nach einer guten Viertelstunde Schluss mit die Grindolls. Was soll's,
The Dwarves spielen für 15€ 25 Minuten. Da waren wir ja noch
richtig gut. Dieser Abend wurde von mir für Heimkommunikation genutzt
und so kam es dass ich mein Akku leer telefonierte. Aber es ist auch nicht
wirklich viel passiert, da wir a) Sonntag b) Tag der deutschen Einheit
hatten und c) Gütersloh ja auch nicht als Rockcity bekannt ist. Erwähnenswert
wäre wohl noch, dass wir mitten in der Nacht den Bus vom Club entfernen
musste und Kutscher Jens, ständig als erster sternhagelvoll, den
Bus noch dort weg bewegen musste. Wir fuhren bestimmt ein Viertel Stunde
durch die Gegend. Am anderen Morgen, gingen wir zum Pinkeln raus und stellten
fest, dass wir Luftlinie 70m von unserem alten Platz enfernt waren. Wo
ist der denn bloß letzte Nacht hergefahren?
Wie auch immer wir machten uns nach einem vegetarischen Frühstück,
LeTatare lässt grüssen, auf den Weg nach Mönchengladbach.
(captain-punkrock)
04.10. Mönchengladbach - Projekt 42
  
Scheisse, Andy´s Stimme gleicht nun ganz
und gar einem heiserem Todes-Metal Engel. Das bedeutet er fährt mit
Label-Gross-Mufti Mike im Auto vor nach M´gladbach, zwecks Arztbesuch.
Als der Restliche Tourtross in Gladbach ankommt, gibt's für die Grindolls
die Diagnose Stimmband Infekt des Sängers und wir müssen schweren
Herzens die nächsten zwei Shows ausfallen lassen. Naja wenigstens
können wir nen Tag zu Hause schlafen. Ich dusche drei Stunden und
geniesse mein riesiges Bett, wunderbar.
Ich kann aber noch berichten, dass die anderen an diesem Abend schwer
feiern und der Bus von den Gesetzeshütern in grün inklusiv Hund
nach Drogen durchsucht wurde. Ergebnis: man sollte überlegen diesen
Hund in Rente zu schicken oder einzuschläfern, riechen tut der auf
jeden Fall nix mehr.(phildäville)
05.10. Köln - Tsunami Club
  
Der Captain, Uso Porn und ich machen uns chauffiert
vom Colt 45 Christoph (an dieser Stelle noch mal vielen Dank) nach Köln,
im Gepäck eine Playstation für einsame Busnächte und unser
Merchandise, welcher endlich geliefert wurde. El Patrico und Andy kommen
erst morgen nach Illmenau. Herzliche Begrüssung und beiderseitigen
eidesstattlichen Versicherungen wie sehr man sich vermisst hat, trinken
wir Kölsch, das mir erstaunlich gut schmeckt. An dieser Stelle mal
was zu den anderen Bands der Tour. Da wäre zum einen Derozer, schneller
Punkrock mit italienischen Lyrics, in Italien ne grosse Band so mit MTV
Airplay, im Tourtross die "alten" Herren. Wenn Olaf Tourmama
ist, ist Seby (Sänger) wohl sowas wie der Tourpapa. Der Rest der
Band Spacio, stiller sehr entspannter Drummer, Andrea Gitarrist und schließlich
Mugel (halb Mensch halb Kugel) Mendez irrer Bassist mit wahnsinns Bühnenaction,
muß man gesehen haben und ewig gut gelaunt, ich kenne das Geheimnis.
Übrigens alles Auswärtsschläfer, wenn der Bus nicht über
Nacht fährt.
Zum anderen haben wir Scrapy, die andere deutsche Band, muß heissen
bayrische. Machen Ska. Kannte sie vor der Tour nicht, da ich mit Ska nicht
soviel am Hut habe und ausser der Sondaschule aber die zählen nicht
da ich die teilweise schon vor ihrer Schulzeit kannte und schätze.
Meiner Meinung werden die Jungs irgendwie falsch verkauft, zu sehr in
diese Skinhead, Rudeboys Szene, wenig Punk. Dabei sind sie für mich
sowas wie die deutsche Version von Rancid, nicht als billiges Plagiat
gemeint, sondern vielmehr, daß sie einen ähnlichen Sound machen
und auf wunderbare Art Punkrock mit Ska verbinden ohne dabei so einen
Kindergarten tätara Cali-Ska-Punk zu machen. Einfach geiler Hymnen
Ska Punk zum tanzen. Die Jungs (und das Mädel) einzeln vorzustellen,
würde zu lange dauern, die kennen sich ja selbst nicht alle mit richtigem
Namen. Auf der Tour schwankte die Mitgliederzahl zwischen 8 und 15 Leutchen.
Sie sind auf jedenfall sehr gute Freunde geworden auch wenn wir sie nicht
immer verstanden, sprechen halt Bayrisch, aber können ja nicht dafür.
(phildäville)
06.10.04 Illmenau - BC Club
  
Obwohl El Patrico und der kränkelnde Mighty
Andy sich Jim-Knopf-Style auf den Weg in den Osten gemacht hatten (inkl.
Umsteigen und Fußmarsch), trafen die zwei Grindoleros deutlich früher
als der restliche Tourtross in Goethes ehemaligem Jagdgebiet ein. Inmitten
einer frisch sanierten Studentensiedlung entdeckte die Skank'n'Roll-Vorhut
nach einem kurzen Anfall von Orientierungslosigkeit den Ort des Geschehens:
Der BC-Studentenclub. Eine kleine Treppe führte in einen kleinen,
verwinkelten Raum mit zwei kleinen Theken und einer kleinen Bühne
- und einer fest installierten Soundanlage, die für ein kleines Fußballstadion
ausreichen würde. Meine Herren! Falls gewollt, könnte man mit
dem Teil alle Club-Besucher in Sekundenbruchteilen umfrisieren... Soundcheck
ging fix, das Futter im Nachbarclub war ok und das Bier schmeckte auch
schon wieder - fehlte bloß noch das Publikum. Das strömte jedoch
zeitig herbei und bestand zu 2/3 aus studentischem Frischfleich (was kein
Wunder war, da die Erstsemestler gerade ihre Einführungswoche absolvierten
und verbilligten Eintritt hatten). Wer nun bebrillte Scheitelträger
oder angefilzte Rollkragen-Ischen mit Diddl-Anhängern an den Rucksäcken
erwartet, die sich beim Anblick einer Strom-Gitarre nass machen, liegt
kräftig daneben! Das Völkchen war zwar optisch unauffällig,
ging dafür aber vom ersten Song an fröhlich mit und bevor man
sich versah, flog in Illmenau die Kuh! Derozer setzten diesen Abend aus
(laut Veranstalter passte ihre Mucke nicht ins Konzept) - schade drum.
So kamen halt nur noch Scrapy in den Genuß des motivierten Publikums.
Sie spielten sich den Hintern wund. Alle tanzten. Feine Sache. Kein Wunder,
dass danach erstmal kräftig Durst gelöscht wurde. Ein Knaller
kam aber noch: Diejenigen, die sich an diesem Abend weniger für Vollsuff
und Schlafsack interessierten, wurden per privatem Shuttle-Service in
eine idyllische Pension außerhalb der Stadt verfrachtet, um in weichen
Bauernbetten zu übernachten! Da fehlen einem doch glatt die Worte!
Auch im Nachhinein...(elpatrico)
07.10.04 Berlin - Wild at heart
  
Jaja, Berlin. Da waren wir schon öfters
und allseitige Freude war erkennbar. In Berlin herrscht echt ne andere
Stimmung vor allem in Kreuzberg. Obergeile Gegend.
Angekommen am Wild at Heart, mußte schnell abgeladen werden, weil
der Bus dort nicht stehen bleiben durfte. Egal, alles raus und rein in
den Club. Der Bus parkte ca. 400m die Straße runter,... auch nich
die Welt, konnte man noch gut laufen.
Der Soundcheck war für uns alle recht angenehm. Der Clubbesitzer
des Wild at Heart, der den Sound macht, darüber hinaus ein Bandmitglied
von "Church of Confidence", verstand etwas von seiner Anlage.
Einmal zwei Lieder für unseren lieben Guido, der auch anwesend war,
gespielt und rap, zap, war die Sache gegessen und wir konnten zu einem
wirklichen Höhepunkt des Abends kommen.
Die ganze Zeit war schon ein Bekannter von den Derozer-Jungs vor Ort gewesen
und nun stellte sich raus, dass er in Berlin zwei Restaurants besitzt
und uns in eines davon einlud. Der Typ war ein echt netter Alt-Punker
und der Laden sah von außen schon fast Nobel aus. Ein riesiger Teil
des Restaurants war mit Tischen ausgestattet an dem sich viele verschiedene
Leute tummelten. Hier saßen ganz normale Leute und zur Freude aller
dazwischen immer wieder einige Punker und andere schräge Figuren.
Für uns waren in einer Ecke direkt neben der Küche ein paar
Tische zu einem "L" zusammengestellt, an dem schon alle anderen
warteten. Also hingehockt und erst mal schön nen Glas Rotwein inne
Birne. Dazu gab es dann als Vorspeise den leckersten Schinken, den ich
je gegessen hab. Capaccio. Anschließend noch Nudeln und vorab gab
es noch ein Stück Pizza. Der Hauptgang bestand aus Steaks mit Beilage
und dann gab es noch lecker Nachtisch. Nach dem köstlichen Mahl,
mußten wir nur noch unsere fetten Wampen zum Wild at Heart und auf
die Bühne schleppen.
Wir konnten uns doch nach einiger Mühe erheben und zur Tür bewegen,
als wir nen echten Knaller im Ausgangsbereich entdeckten. Da war doch
wirklich ne Hörbar angebracht, wie in den großen Konsumplattenläden.
Die CD-Cover waren fein in Metall gefasst und unter ihnen hing ein Kopfhörer.
Da waren sie, fein aufgereiht: Scrapy, Derozer und unsere Scheibe. Für
Jedermann zum anhören bereitgestellt,... echt geil.
Wir zurück zum Laden, die anderen sollten dann nachkommen. Ab auf
die Bühne und ein kleines, feines Konzert gespielt. Der Sound war
wie zu erwarten prima und das Publikum hatte auch seinen Spaß. Für
die Folgebands stand heute Abend Rollentausch auf dem Plan.
Nach unserem Auftritt rockten Scrapy und anschließend Derozer das
Haus und ich verstieß mit Guido mehrmals gegen das BtmG. Supi, genau
wie früher,...
Verladen wurde dann direkt nachts und das so leise wie möglich, weil
sonst wohl Ärger mit den Anwohnern anstand. Aber wir hatten keine
andere Wahl. Wir mussten nachts gegen 3 Uhr weiterfahren, weil wir noch
eine erhebliche Distanz zurückzulegen hatten. Von Berlin nach Passau,
kein Zuckerschlecken,...(mightyandy)
08.10. Passau - Zeughaus
  
Nachts Auto fahren finde ich eigentlich immer
sehr angenehm, da kann s im Bus ja nicht schlimmer sein. 01.00 Uhr auf
einem Rastplatz irgendwo in der Gegend von Potsdam kurze Pinkelpause.
Passt hervorragend denn mit voller Blase schläft es sich bekanntlich
nicht lange. Also alle Mann raus und Wasser lassen. Ich hab gut einen
in den Kloschten und falle schon beim Besteigen meiner Koje in einen erlösenden
Tiefschlaf. 04.00 Uhr ich wache frierend auf, anscheinend geht's den anderen
auch nicht besser, aber der Bus steht und der Harndrang ruft, raus zum
Pinkeln. Mh, irgendwie kommt mir der Rasthof sehr bekannt vor, dabei war
ich noch nie in Ostdeutschland unterwegs. Die Lösung, wir sind seit
dem letzten Stopp überhaupt nicht weitergefahren. Der Bus läuft
beim Anlassen augenblicklich heiß. Deshalb funktioniert neben dem
Motor auch die Heizung schon seit Stunden nicht mehr. Ich glaub ich muss
sterben, ob an der Kälte oder aufgrund des vorzeitig unterbrochenen
Ausnüchterungsschlafes. Keine Ahnung. Fakt scheint das der Bus heute
nirgendwo mehr hinfährt und der MAN Notdienst auch nicht allzu schnell
auftauchen wird. Jetzt kommen wir zu dem fraglichen Teil der Tour, bzw.
wie weit geht Punkrock?
Austausch Bus? Schafft es zeitlich nicht mehr bis Passau. Lösung:
Mietwagen. Nun die nächste Sixt Niederlassung liegt in einem Ort
der wahrscheinlich noch nicht mal im Diercke Schulatlas erscheint. Also
auch kein großer Fuhrpark bei Sixt. Der Siebenhalbtonner, für
die Backline, kommt aus einer anderen Niederlassung. Bleiben die Autos
auf dem Hof, als da wären zwei BMW, ein Mercedes und ein Smart forfour.
Da wir Punker sind ist klar, daß es für den Personentransport
auf einen nagelneuen 3er Kombi, einen ebenso neuen 5er und eine Mercedes
C Klasse als Kompressor Modell hinaus läuft. Mir wird das Leben des
3er Kombi sowie von Tom, Kaiser, Captain und el Patrico anvertraut. Entschieden
wird nach dem Kriterium wer hat zuerst aufgehört zu trinken. Ich
traue es mir auch zu, also Abfahrt. Es muss noch eine nette junge Dame
an Bord gewesen sein, die mir während der Fahrt sagte wo es lang
ging. Leider haben wir nur ihre Stimme vernommen, nicht aber ihr leibhaftiges
Antlitz erblickt. Nach ca. zweihundert Kilometern erster Stopp. Die anderen
beiden Autos haben just die gleiche Idee. Was für ein Anblick kalkweiße,
ungewaschene, schlecht gekleidete und total übermüdete Mittzwanziger
entsteigen den Symbolen für Wohlstand und gesellschaftlicher Zugehörigkeit.
Ich glaube einige Besitzer Autos gleicher Bauart haben bei diesem Anblick
sofort an ihrem Lebenssinn gezweifelt. Da ist dann vielleicht doch eine
alte Punkrock Attitüde zu erkennen, den Schockeffekt. Jaja, man kann
sich alles zurechtlegen. Anyway. Nach vierstündiger Fahrt werden
wir zu unserer eigenen und der Sicherheit der Autos auf einen Hinterhof
Parkplatz des Zeughauses geschleust.
Mit 500 Gästen war, dies eines der grössten Konzerte der Tour
und auch ein sehr gutes für alle Bands. Besonderheiten: Ein paar
junge Herren haben beim Scheren ihres Kopfes wohl ein wenig zu tief gesägt
und gleich einen Großteil ihres Gehirnes mit zerstört. Ihre
Auslegung des Pogo, besteht aus gezielten Schlägen in die Menge,
dabei keine Rücksicht auf das Geschlecht nehmend. Wir haben den Soundtrack
für solche Typen auf unserer aktuellen Platte – "El Asso".
Die Aftershow Party fällt recht unterschiedlich aus. Ein Teil besucht
noch das lokale Nachtleben, ein grossteil Scrapys geht mitsamt Freundin
in die heimische Liebeshöhle, der verbleibende Rest gibt sich eine
"Drei ???" Folge als Gute Nacht Schmankerl im reparierten und
zu später Stunde in Passau eingetroffenen Bus. Gute Nacht und ...Freude
am Fahren! (phildäville)
09.10.04 Wien - Arena

Nachdem wir im strömenden
Regen das gesamte Equipment verladen hatten, erwartete uns auf der Fahrt
eine tragische Geschichte über den Mißbrauch von Alkohol. Orgel-
Maxes Freundin letzte Nacht extra ein Hotelzimmer gebucht, um Ihm die
Wunden der vergangenen Tage zu lecken. Dummerweise hat Sie sich für
dieses Vorhaben etwas zu viel Mut angetrunken. Völlig niedergeschlagen
gestand Max uns ein, dass absolut nichts mehr ging. Statt Befriedigung
der schönen Art durfte er lediglich einen Eimer für die recycelten
Getränke seiner Freundin halten.Armer, armer Max ...
Zum Konzert gibt es eigentlich nicht viel zu sagen.Die Arena war viel
zu groß und entsprechende Leere bot sich uns vor der Bühne.
Die einzigen Lucky Loser dieses Abends waren der Uso und Sebi von Derozer.
Sebi erwachte am nächsten Tag nicht alleine in seinem Bett und Sir
Uso Porn hatte das Glück, das seine Freundinn den weiten Weg nach
Wien nicht gescheut hat und im Hotel auf Ihn wartete. Aus der Tragödie
vom Maxe gelernt gab es striktes Alkoholverbot...(sirusoporn)
10.10. Budapest - Blue Hole Club
  
Noch sind wir in Wien.
Ich beschliesse, dass meinem Körper eine Dusche durchaus guttun würde.
Also quäle ich mich aus der Koje, über das Arena Gelände
im kalten, diesigen Wien und überlege wann ich das letzte Mal Geduscht
habe. Das Ergebnis erschrickt mich, vor vier Tage hat alles unterhalb
meines Gesichtes zuletzt Wasser gesehen. So kann das ja auch nichts mit
den Mädels werden. Toll im "Backstage"-Haus gibt's nur
eine Dusche, man muß anstehen und ich bekomme nur kaltes Wasser
ab. Dafür werde ich Zeuge eines seltsamen Gesprächs. Ich komme
aus der Dusche, im Flur steht nur eine verkaterte Punkette, die grad aus
dem Band Schlafraum gekommen ist und mich irritiert fragt: "Weißt
du mit wem ich hier war?" Na mit mir sicherlich nicht. Herrlich,
das nenn ich mal Groupietum, thumbs up und fuffis im Club...
Der Blue Hole Club liegt in ner echt fertigen Gegend von Budapest, ist
aber sehr edel eingerichtet, so mit Teppich auf dem Boden und an die Wänden.
Heute gibt's nen Mischer der an uns übt, mir egal, bin bekifft und
die Ungarn störts auch nicht. Uso Porn und ich geben Autogramme auf
Körperteilen minderjährigen Mädchen, ganz ganz gross. Es
gibt nur zwei Bandbier, der Rest muss teuer (3,- Euro 0,5l) bezahlt werden,
ganz ganz klein. Alle baggern die lokale Mercherin an, lässt alle
eiskalt abblitzen, ganz ganz arm. Mir erzählt eine, das sie meinen
Oberkörper toll findet jetzt aber nach Hause zu ihrem Freund muß,
ganz, ganz deprimierend. Mighty Andy, vollzieht mit einer jungen Austauschstudentin
den Liebesakt in einer unserer Koje, ganz, ganz großer Verrenkungsakt.
Die Typen vom Club kappen uns den Strom zum Bus und schließen das
Parkplatztor ab, ganz, ganz armselig. Budapest 3.00 Uhr morgens etwas
über 5 Grad Celsius, keine externe Stromzufuhr = keine Heizung im
Bus, ganz, ganz kalt. Kurze Besprechung unter den Wachgebliebenen aka
Olaf, Seby (Derozer), Uso Porn und mir. Ergebnis Schloss am Tor knacken,
da keiner auf dem Gelände im Besitz eines Schlüssels ist, ganz,
ganz albern. Grad als ich mit vollem Körpereinsatz das Scharnier
bearbeite kommt eine ältere Dame, die plötzlich einen Schlüssel
zur Hand hat, ganz, ganz selbstverständlich. Super Kutscher Jens
kann endlich den Bus vom Gelände fahren, natürlich falsch rum
durch eine Einbahnstrasse, ganz, ganz Punkrock. In der uns direkt die
ungarische Staatsmacht entgegenkommt, ganz, ganz unangenehm. Austauschstudentin
mit Sprachkenntnissen rettet die Situation, ganz, ganz dankbar. Ganz,
ganz goodbye Ungarn. (phildäville)
11.10. LJUBILIANA - (oder wie man das auch immer schreibt)
Galla Halla
  
Zunächst kann man einmal
froh sein, wenn man die Busreise in Slowenien weitestgehend verschlafen
hat. Laut Steuermann Jens sind wir wohl einige Serpentinen in lausigstem
Zustand rauf und runter gezuckelt. Ein Anblick, der jeden Otto-Normal-Verbraucher
an den Rand eines Nervenzusammenbruchs getrieben hätte. Heil angekommen
sind wir trotzdem - also drauf geschissen... Der Club befand sich auf
einem ummauerten Gelände im Zentrum der Stadt und war umgeben von
einer kleinen "alternativen Siedlung" voll mit merwürdigen
Skulpturen aus Holz und Stahl. Dann kam mal wieder alles anders:
Überraschung Nr.1: Wir sollten nicht (wie angekündigt) in der
Gala Hala spielen. Dort war nämlich aus irgendwelchen Gründen
für diesen Abend ausländische Death-metal-Prominenz eingeplant.
Auch gut. Der "Ersatzclub" war nur drei Häuser weiter...
Überraschung Nr.2: Eben dort angekommen, taucht eine nette junge
Dame auf und erklärt, dass je einer von Scrapy und den Grindolls
umgehend beim lokalen Radiosender erwartet wird. Stichwort: Live-Interview!
Nach einem kurzen demokratischen Akt ("Weisse wat: Geh du!"-
"Ja genau." - "Find ich auch!") werden also Kaiser
und El Patrico in nem klapprigen VW-Jetta durch die Stadt chauffiert.
Der Sender befindet sich auf dem Gelände der hiesigen Universität
und versorgt wohl die ganze Region mit nem Programm a la EinsLive. Der
in Dortmund (!) geborene Moderator stellt sich als ein eher ruhiger Zeitgenosse
heraus, der sich anscheinend brennend für die politische Seite von
Scrapy interessiert. Dementsprechend fixierte sich der gute Mann weitestgehend
auf den stellenweise irritierten Kaiser, der sich redlich bemühte,
der merkwürdigen Diskussion Herr zu werden. Hin und wieder durfte
aber auch El Patrico mal nen Satz sagen. Aber den fand der Journalist
wohl eher langweilig und er fahndete daher umgehend wieder nach Kaisers
Meinung zur Lage in Palästina oder zur politischen Situation in Deutschland.
Seeehr merkwürdig, das Ganze...
Überraschung Nr.3: Kaum sind alle Skank'n'Roller wieder vereint,
gibt's endlich Futter. Diesmal aber alternativ. Chili...ein RIESEN-Pott...draussen...bei
gefühlten 3 Grad über Null! Allerdings war das Zeug so heiß
und, sagen wir mal, würzig, dass man die Umweltbedingungen auf den
Holzbänken schnell ignorieren konnte. Bierchen dazu. Die Laune steigt.
Überraschung Nr.4: Im Club hat man auf 3 Meter Höhe seitlich
der Bühne eine Plattform installiert, von der aus eine Wendeltreppe
in den hinteren Publikumsraum und eine schmale Holzstiege direkt auf die
Bühne führt. Darauf waren Sessel, Tische und ein mit Bier vollgepackter
Kühlschrank platziert, so dass man als Musiker in aller Ruhe die
Zunftgenossen bei ihrer Arbeit zusehen konnte. Feine Sache das. Aber nicht
ohne Tücken! Denn im vollen Kopf wird eine Wendeltreppe gerne mal
zum Spielverderber, wie El Patrico im weiteren Verlauf des Abends feststellen
musste als er das Teil in Tiefflieger-Manier nahm. Wie sagt der Bayer:
Prellungen SATT!
Ach ja: Musik gab's auch. Erstmal ne lokale Band vorweg. Keine Ahnung,
was das war. Alles rumpelt und dröhnt. Der "Sänger"
kreischt. Voll daneben. Aber die Drummerin war wohl ganz niedlich. Als
nächstes die Grindolls: Tänzer - Applaus - solide! Dann Derozer:
Exil-Italiener im Publikum - Gastsänger auf der Bühne - erstaunlich!
Schließlich Scrapy: Bühnensound is schrott - Publikum is gut
- passt schon! Der gemeinsame Abend entwickelt sich anschließend
noch recht feucht-fröhlich (nettes Völkchen die Slowenen!) und
endet aufgrund umfassender Bierreserven und einer ebenso großen
Ration Rauchwaren in den Erinnerungen aller Beteiligten äußerst
nebulös. (elpatrico)

Slowenien
12.10. Innsbruck / PMK

Der magische Tag 13:
welche Schläge hat das Schicksal
für uns parat?Buspanne? Durchfallepidemie? Prohibition? Wir waren
auf alles vorbereitet. Die Fahrt verlief ohne unerklärliche Zwischenfälle.
Eben das übliche "Bier-DVD-Playstation-Musik-Gehampel"!
Am PMK angekommen verfielen wir dem bekannten Trott: ausladen, aufbauen,
aklimatisieren. Der Club erwies sich als sehr gemütlich. Als Leuchtreklame
dienten seltsame phosphorizierende Algen. Mal was anderes! Nach Einlass
füllte sich das PMK recht schnell. Nur dummerweise stieg proportional
dazu unser Alkoholpegel. Es gab Bier und Obstler ohne Ende (O-Ton des
Veranstalters: Gebt den Jungs, was sie wollen. Die sollen saufen!)
Ich weiß nicht, ob es an
dem Vitaminüberschuss durch zuviel Obst lag oder es doch mit den
Leuchtalgen zusammenhing, aber im Laufe des Abends hat uns alle zum ersten
Mal der Tourkoller gepackt. Dummschwätzerei am laufenden Meter. Dies
bekam auch unser Publikum zu spüren, welches trotz haufenweise blöder
Bemerkungen eine gigantische Tanzaufführung aufs Parkett legte. Vielleicht
sollten wir immer nur Mist erzählen. Mittlerweile war das PMK so
dermassen überfüllt, dass der Weg von der Bühne zum Backstagebereich
ewig lang war. Aber auch Derozer und Scrapy fanden diesen Weg und legten
beide wohl das beste Konzert der bisherigen Tour hin. Die gesamte Halle
tobte und das Publikum verlangte Zugabe um Zugabe. Mittlerweile standen
P the Devildog und Sir Uso Porn zusammengepfercht am Merchstand und genossen
mit Ede den Luxus der angrenzenden Theke.Also: keine Angst vor der 13.
Alles nur Aberglaube!(sirusoporn)
13.10. Regensburg - Alte Mälzerei

Regensburg, Heimat von Mad "The
Drumms" Max und Wolf !
Alles fing so vielversprechend an: Wir waren pünktlich, wir konnten
duschen und wir bekamen Lasagne. Allerdings nicht in der Alten Mälzerei,
sondern beim Max zu hause.Gott vergelts Ihm tausendfach !
Nachdem Mighty A knapp am Dauer-Dusch Rekord gescheitert war, machten
wir uns als rezivilisierte auf zum Club. Dort erwarteten uns wie immer
die drei magischen A´s: AUSLADEN, AUFBAUEN, AKKLIMATISIEREN ! Letzteres
stellte sich allerdings als schwierig heraus, da Bühne sich im Keller
befand, der Backstage-Raum in der 2. Etage und was am schlimmsten war,
es gab nirgendwo Bier! Snickers satt, aber kein Bier!
Das sollte sich auch nicht ändern. Wir erhielten lediglich drei Getränkemarken,
welche dem Veranstalter die Auszeichnung zum Volldepp der Tour sicherte.Da
der skank`n`Roll Motor ohne Sprit nicht läuft, haben wir uns kurzerhand
selbst versorgt. Gut vorgeglüht bestiegen wir schließlich die
Bühne und boten der gut gefüllten Mälzerei eine rekordverdächtige
Aufwärmrunde.Am Ende unseres Sets war das Publikum bereit für
DEROZER. Mit der bekannt schnellen Kurvenlage brachten die vier italienischen
Hengste den Raum in den roten Bereich. Zum Schlußsprint spielten
dann SCRAPY auf, welche den absoluten Rundenrekord aufstellten. Die Mälzerei
tantzte und tobte was die Doc Martens her gaben. Nach dem "Rennen"
stand noch die Siegerehrung an, bei der Champus in strömen floß.
Insgesamt ein schöner Abend, der seinen Höhepunkt auf der Schlafcouch
vom Maxe fand. P the Teufelsköter himself arbeitete im Schlaf das
Renngeschehen nochmal mit Nikki Lauda und Kai Ebel auf, und raubte uns
somit nicht nur den Schlaf, sondern auch den letzten Nerv!
Er beteuert seine Unschuld bis heute...(sirusoporn)
14.10. BAD WINDSHEIM - Scheune
  
Hach, wat isset schön, wenn
man als Großstadt-Rocker auch mal die Gelegenheit bekommt, idyllisches
Dorfleben kennenzulernen. Unter diesem Gesichtspunkt war
Bad Windsheim eine echte Bereicherung für die Skank'n'Roll-Tour.
Harmonisch eingefügt in eine ruhige Fachwerklandschaft stand sie
da: Die "Alte Scheune" - ein Jugendzentrum, das von einem sehr
netten jungen Herrn mit rasiertem Haupt geleitet wird, der eine ausgeprägte
Vorliebe für Punk und Ska besitzt.
Nach der üblichen Ausladerei war es bald auch schon Zeit für
den Soundcheck. Normalerweise eine unspektakuläre Notwendigkeit -
diesmal ein Kapitel für sich!
Der Mischer war nämlich zwar ruhig, freundlich und bemüht, hatte
aber leider auch eine höchst eigene Auffassung von seiner Aufgabe.
Sein erklärtes Grundkonzept
war es, die Bühnenmonitore in den gesamten Raumlang mit einzubinden.
Dementsprechend drehte der Knabe erstmal die mannshohen Boxentürme
kräftig runter. Is ja auch klar: Wer im Publikum brauch schon laute
Musik aus riesigen Boxen, wenn da schon ordentlich was aus den Monitoren
in die Gesichter der Musiker ballert. Geiler Gedankengang! Sämtliche
Skepsis an diesem Prinzip konnte der zottelige Herr der Knöpfe aber
mit zwei fast schon metaphysisch anmutenden Weisheiten beiseite fegen:
a) Die Scheune is schwer zu mischen. (?)
b) Man muss der Scheune eine Chance geben. (?!?) Dem haben wir uns dann
auch alle brav gefügt. Wer will auch schon groß diskutieren
und damit einen haßerfüllten Mischer riskieren, wenn er stattdessen
Bier trinken kann.
Dann ging's los. Scrapy hatten noch gewettet, dass maximal ein Dutzend
Leute auftauchen würde. Letzten Endes kamen aber doppelt so viele...TUSCH!
Naja, was
soll's. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube...ihr wisst, was ich
meine... Die Grindolls rocken. Das Publikum zeigt stellenweise Sympathie.
Derozer rocken.
Das Publikum mag auch sie ganz gern. Scrapy rocken. Ein halbes Dutzend
Leute tanzen Ringelpiez mit Anfassen und verschütten dabei ihr Bier.
Im Grunde ist der Abend alsoebenso beschaulich wie der ganze Ort. Aber
3 skurrile Ereignisse machen Bad Windsheim dann doch noch weiter bemerkenswert:
1. Ein durchgeknallter Vogel mit zweifelhaftem Ruf und zwei Promille verlangt
erstmal ne Viertelstunde lauthals, dass Mendez (Derozer) ihm ein Kind
macht (?!),
und zeigt später bereitwillig einem amüsierten Biertom (Scrapy)
seinen Schniedel, um ne CD abzustauben. Hat aber nich geklappt - das Würmchen
war zu klein, hehe!
2. Ein kleines mädel kommt zu Uso Porn und will ein Autogramm auf
den Bauch haben. Sir Uso ist ein freundliches Kerlchen, also tut er ihr
den Gefallen.
Daraufhin kommt der kleine Freund des kleinen Mädels plötzlich
angeschossen und macht nen Zwergenaufstand (im wahrsten Sinne des Wortes).
Der Knirps schreit, geifert und tobt, dass es für alle Zuschauer
eine helle Freude ist...
3. Nach Ladenschluss schleppt ein hackedichter Uso Porn ein bizarres kleines
Punkermädchen in den Bus und labert sie ununterbrochen voll, wobei
er alle Nase lang "furchtbar" und "blitzsauber" sagt,
und alle Businsassen zu Tode nervt, die nicht schlafen konnten. Die kleine
Muse hatte zu allem Überfluß nicht nur nur kräftig Metall
im Gesicht, sondern hatte sich auch einen waschechten Nietengürtel
in den Wanst piercen lassen!!! Ganz großes Kino...
Ach ja: Und dann war da noch der Hardcore Scrapy-Fan, der sich den ersten
Aufnäher seiner Lieblingsband für über 100 Euro bei E-Bay
ersteigert hat...(elpatrico)
15.10. St. Gallen/Grabenhalle (Freitag, 04.10.04)

Jo, ab in die Schweiz. Wir hatten ein wenig
Angst vor dem "Saubersten Land der Welt", aber alles sollte
anders kommen bzw, besser. Die Halle war wirklich riesig, erinnerte irgendwie
an eine große Turnhalle mit na Bühne auf einer kurzen Seite.
Die Bühne war zwar nicht so groß wie in Windsheim, aber doch
ein ganz schöner Brecher. Circa nen Meter hoch und schön tief,
mit Schlagzeugpodest. Saugeil. Hinten und an den Seiten schön mit
Molton abgehängt, ne Stange die man hinterm Schlagzeug runterlassen
konnte um das Backdrop Gedröne da festmachen zu können. Sogar
vor dem Schlagzeugpodest standen Scheinwerfer die nach oben gerichtet
waren. Die haben ehrlich gesagt ein bißchen den Weg versperrt und
man hatte die ganze Zeit Angst das man drauftritt, aber... einfach saugeil
!
Wir begannen sofort alles aufzubauen und uns auf den Soundcheck vorzubereiten.
Wir haben ma kurz Rücksprache mit dem Mischer gehalten und da konnte
man auch mal ganz neue Welten kennenlernen. Der Typ war gut richtig gut
und in allem was er machte und sagte sehr überzeugend. Ein Beispiel:
Wir haben vier Gesänge vorne. Also stellt er uns "natürlich"
auch vier Monitorboxen hin. Wir haben alle unsere eigen Monitorbox ? Kann
nich sein ?! Einfach göttlich !
Nächster Hammer: Wir müssen uns täglich um neuen Vorrat
an "Kräutern" kümmern, der kreative Geist will schließlich
gefüttert werden. Bei der Frage danach, zückt einer der Veranstalter
ein Beutelchen mit einem Aufkleber drauf: "Aroma-Therapie" -
Is klar, "Aroma-Therapie". Mit dieser schönen Umschreibung
konnte man das Zeug hier so halblegal bekommen. - "Hier, für
euch alle. Wenn ihr mehr wollt, sagt bescheid." Nö, ich glaub
nicht. Das war ein praller Sack voll, der sollte reichen... Ich kanns
nich glauben, was geht den hier ab ? Bin ich im gelobten Land, oder was?
Echt unglaublich....
Weiter gings mit den Soundchecks bei denen wirklich jeder zufrieden war
und danach nach hinten, Backstage. Der war auch echt gemütlich. Hier
standen eine Couch und eine Sitzbank und was noch viel wichtiger war,
ein immer wieder frisch aufgefüllter Kühlschrank mit allen möglichen
Getränken. Als wir so im Backstage rumsaßen, befiel fast alle
der "Platt-Virus". Alle waren irgendwie voll gerädert und
fühlten sich, als würden sie krank werden.
Da kam der bekloppte Kaiser Scrapy auf die tolle Idee, Bier in der Mikrowelle
warm zu machen und es wirklich zu saufen. Das trieb allen die Kotze bis
zum Kehlkopf und war zudem noch ein Verstoß gegen das "Elfte
Gebot" aus den eigenen Reihen. Wie oft soll ich es den noch sagen:
Man baut keinen Scheiß mit Bier !
Essen gabs im Keller. Ein komisches Kartoffelomelett, Rösti genannt.
War ganz lecker, aber wer das nicht mochte, war echt in den Arsch gekniffen.
Da gab's außer Salat nicht viel mehr (doch Spiegeleier Anm. Redakteur).
Aber dann war's soweit und wir durften endlich auf diese Pornobühne.
Ab ging's. Die Fläche vor der Bühne war erst noch leer, aber
als die Leute mitbekamen wie viel Spaß wir eigentlich am Auftritt
hatten, kamen sie doch sehr schnell nach vorne und schwangen ihre Ärsche
durch die Gegend. Der vorletzte Auftritt und ne Abspritzbühne. Also
reingehauen und die Leute im Hintergrund feierten auch mit. Alles lief
so reibungslos, sogar die Lichtleute, mit denen wir vorher noch über
unser Licht gesprochen hatten, reagierten wie die Oberprofis. Wenn man
mit der Hand einen Pistolenschuss auf einen der Scheinwerfer andeutete,
schalteten die wirklich den Scheinwerfer aus. Pure Begeisterung über
"Das sauberste Land der Welt". Ihr wart ganz groß! Ganz
groß!
Die ganze Zeit stand ein Mädel vor der Bühne, die uns mit "Härter!"
"Schneller!" - Rufen bombardierte. Konnten ihr nicht so ganz
dienlich sein, wir machen kein Hardcore. Aber die nächste Band war
auf dem Weg zur Front. Derozer machten zwar auch in keinem Fall Hardcore,
aber ihr sollte geholfen werden,...
Scrapy zogen auf dieser für sie wirklich wunderbar proportionierten
Bühne alle Register. Resultat: Die Menge tobte.
Irgendwann, als wir den Backstagebereich nach dem Konzert verließen,
schaffte es einer nicht mehr. Wir rannten schon fast aus dem Backstage
raus, weil einer unserer Mitstreiter dringend zum Klo musste, aber daraus
wurde nichts. Als er im vorbeirennen die vielen leeren Bierbecher rumstehen
sah, wurde ausgepackt und direkt in einen 0,5l Becher gestrullt. Unglaublich.
Wir mussten sogar noch einen Becher dazustellen. Sorry Leute, es war echt
schön bei euch, es war ein Unfall, wir wollten das nicht,.... verzeiht
uns....Des Scrapy's Kaiser hat noch ein Tour T-Shirt entworfen. Zwar schlicht
und schwarz, aber sehr kleidsam
ob Müllsäcke mal in Mode
kommen?(mightyandy)
16.10. Wetzikon/Kulti
  
In Wetzikon angekommen konnten wir direkt den
Schuppen entern. Im Gegensatz zum Tag davor echt ein Schuppen, aber der
Laden war riesig groß und der letzte Abend war angebrochen. Auf
uns wartete ein riesiger Backstageraum mit mindestens 8 Couchen. Die waren
nicht alle für uns, den heute Abend sollten noch zwei andere Bands
spielen, Lame ducks und Jesse James....kurzes Fazit: Musik: OK wer's mag
und Typen: Kacke)
Heute lies sich glaub ich keiner lumpen. Schon vor dem Konzert wurde getankt
was das Zeug hält und als wir endlich auf die Bühne mussten,
waren wir schon recht angeschlagen. Der letzte Auftritt, also alles auf
eine Karte. Die Halle war bei Beginn sehr leer, was um 20 Uhr nicht verwunderlich
war ( 5 Bands, ihr erinnert euch) aber schon nach ein paar Akkorden füllte
der doch sehr große Saal sich zusehends. Also, 1,2,3, die Menge
gerockt und der Applaus sprach auch wieder für sich. Wieder schnell
runter von der Bühne und ran ans Bier,... Das ganze Konzert lief
mehr oder weniger an uns allen vorbei, wenn sie nicht zu beteiligten Band
gehörten. Scrapy hatten eh wieder Besuch von einigen Gastbläsern
bekommen und eh war jeder auf der Suche nach der totalen Dröhnung
um den kommenden Abschied zu vermeiden oder zumindest den Schmerz zu lindern.
Eins wurde jetzt und hier sehr klar. Wir waren uns in den letzten 2,5
Wochen sehr nah gekommen (bitte nichts falsches denken; Anm des Redakteurs)
und jeder hatte irgendwie Angst, dass jetzt alles vorbei ist. Unter totalem
Rausch konnte wir noch einmal die wunderbaren Derozer und die göttlichen
Scrapy Leute bewundern, wie sie wirklich jedem in den Arsch traten.
Nach ihnen sollten die beiden anderen Bands spielen. Das war perfekt.
Die Jungs spielten die Hintergrundmelodie zu unserer Abschiedsfeier. Irgendwie
entstand ein kleiner Tumult im Backstageraum. Derozer waren uns schon
bis hierhin mit ihrem Bus gefolgt und die gesamte Scrapy-Crew wollte sich
an dem Abend dort mit mehreren PKW´s und einem LKW abholen lassen,
also beide wollten heute Nacht noch von uns scheiden,...
Ich bin mir absolut sicher, wäre alles noch ein bisschen in kleinerem
Kreise gehalten worden, dann wären Tränen geflossen. Jungs,
et war ne total geil Zeit mit euch. Genau die Zeit, von der man erzählt,
wenn man als alter Opa im Schaukelstuhl sitzt und seinen Enkeln total
auf den Sack geht, weil man diese Geschichte schon zum 1000sten mal erzählt,...
Egal welche Bank ihr ausrauben wollt und welchen Fascho ihr umnieten wollt
(für die Seppl'n mach ich mich doch nicht strafbar Anm. Redakteur),
wir sind dabei!
Diese 17 Tage werden wir nie vergessen.
Danke, an alle die mit waren, an Jens, an Olaf und an Mad Mike der alles
erst möglich gemacht hat. Dank an alle Leute, die vor Ort für
einen reibungslosen Ablauf sorgten und die Party eingestielt haben. Dank
an alle unsere Gäste und Leute die mit uns gefeiert haben.(mightyandy)
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