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tour diary

13.11. Bingen – Juz

Wir fahren mal wieder in die Pfalz, d.h. es gibt Äppelwoin was der Regel nach immer zu ausufernden Partys führt. Aber von Anfang an. Da nach Mighty As Stimmbandinfekt, ein Mitbringsel von der Tour, wir mehr als 6 Wochen nicht geprobt und auch das OK , vom Onkel Doktor, zu der Show erst in der Woche des Konzertes bekommen hatten. Gab es vor der Abfahrt noch eine schnelle Probe des Sets und daraus resultierend eine etwas verspätete Abfahrt. Hinfahrt verlief bis zum einer McDonalds Rast ohne Zwischenfälle, leider nahmen wir die falsche „Auffahrt“ und fanden uns in der ultimativen „Jeepers Creepers“-Situation wieder. Stockdunkle (Serpentinen-)Landstrasse, beschissene Scheinwerfe, eine zerkratzte Windschutzscheibe und drängelnde Einheimische von hinten. Die typische Horrorfilm Szenerie. Aber wir sind schlau und wissen wie man jeden Horrorfilm nach 15 Minuten beendet, einfach in angepasstem Tempo bis zur nächsten offiziellen Wendemöglichkeit weiterfahren und zurück auf den richtigen Weg. Tsts, warum müssen die in den Filmen denn auch noch aussteigen, Trottel. Also sind wir heil in Bingen angekommen. Die Reihenfolge war schnell festgelegt. Da Andy seiner Stimme noch nicht allzuviel zutraute, machten wir die erste Band in einem sehr gut gefüllten JUZ. Eine halbe Stunde Vollgas und zwei Zugaben später, dankten wir einem frenetischen Publikum und übergaben die Bühne den Spacebrains, aus dem Nahen Frankfurt. Die Jungs schweinerockten das Haus, eine Mischung aus Hellacopters und ACDC. Kann man nur empfehlen. Mittlerweile hat Sir Uso Porn mindestens fünfzig halbe Äppelwoin, gespritzt, zu sich genommen und zusammen mit dem Devildog an eine Flasche Jägermeister geköpft. Der Rest ist legendär, Aftershow Party mit ner ganzen Horde Pfälzer Publikum, die letzten im Bett sind der Captain und Mighty Andy, man munkelt irgendwas gegen halb acht Uhr morgends. Cheers an Veranstalter Roland und den Rest der Juz Crew, freuen uns auf s nächste mal!(PhilDäVille)


19.11. Münster – Baracke
Baracke, hört sich doch echt schlimm an, gut neben dem Vorzeige Audimax der Uni Münster sah dieser anhängende Flügel im Stil von alten achtziger Jahre Grundschulen (wie meine), echt mies aus. Aber gleich eine Baracke, ne. Klar der Münster Studnik geht natürlich selbst für Gitarren Musik in den schicken Club ums Eck, aber heute waren sie alle hier. Jau der Club war herrlich voll. Den Auftakt machen die, ebenfalls aus dem Ruhrpott stammenden, Pristine. Garagerock a la Donnas im Stil sicheren Outfit. Dann gibt’s eine Stunde Geschwindigkeit von den Grindolls auf die Ohren. Das Publikum dankt es mit ausgiebigem Pogo und ordentlich Zugabe Forderungen. Hey, ich kann nach fünfzig Minuten kaum noch stehen, den Sir Uso musste ich zwischen zeitlich zweimal wiederbeleben. Man sind wir austrainiert, denke ich sollte den Winter für ausgedehnte Miniramp Sessions nutzen, macht Spass und erhöht das Lungenvolumen. Zurück zum Konzert, warum werden nicht öfter Bands gleichen Stil gebucht? Hier in Münster, aber auch in der Woche davor in Bingen, beide Konzerte annähernd ausverkauft, super Stimmung und das ohne eine Big-Name-Band aus dem Wunderland Amerika. Also auch hier herzlichen Dank an Veranstalterin Doro und das Münsteraner Publikum. (PhilDäVille)

Bielefeld „Eingang 7“
Nichts gelernt die Fortsetzung…
Ungewohnt weise sind 4/5 der Grindolls am Vortag früh ins Bett gegangen, nur der Captain war noch bis in die frühen Morgenstunden aus. Trotz seines biblischen Alters kein Vorbild für uns „Kleinen, oder etwa grad deshalb?! Trotz der frühen Bettruhe fühle ich mich echt scheisse und der Rest toppt meinen Zustand tatsächlich noch. Mighty Andy sieht aus als hätte er die Nacht im Handstand verbracht. So ist das wenn man den GANZEN Tag in einer Tour so ne Grachtenpisse, unsere niederländischen Nachbarn nennen das wohl Bier, trinkt. Man sollte mal die Unicef auf diese unmenschlichen Foltermethoden hinweisen.Also auf nach Bielefeld, natürlich zu spät dran und unser Grinse-Mobil verliert zu allem Überfluss auch noch Öl in rauen Mengen, das meiste in Fremderleuts Garagen. Nun brauch die olle Bullen-Schleuder neben 19 Liter Benzin auf 100 km noch mal ne Fass Öl obendrauf. Gut das wir von dem Königreich Kuwait gesponsert werden. Aber wir sparen ja eh auf nen alten 911´er Porsche Motor, der Verbrauch wird sich durch diesen wohl kaum steigern. Dafür sind wir dann auf der Bühne, im Bett und auf der Bahn die schnellste Band Deutschlands.
Ich schweife ab…
Also halbe Stunde zu spät in Bielefeld, egal Showtime ist eh erst um zehn. Unsere zukünftigen Labelmates „Comandantes“ haben die Backline schon aufgestellt und heissen alle Lars bis auf Klaus, der heisst Biggie genannt Sabine. Neuer Rekord! Die Bühne im „Eingang7“ ist winzig, mehr als Ramoneskes Posing ist absolut nicht drin. Dafür sind die Veranstalter um so gross zügiger. Zum Catering wird der Grill angeworfen und eine Bandbier Beschränkung gibt es auch nicht. Alle saufen wie die Weltmeister so nen Zeug das schmeckt wie Caprisonne aber mit ordentlich Promille, ich glaub der Zaubertrank hieß „Persiko“.
Der Laden füllt sich, dass heisst er wird richtig voll und meine Jungs sind auch schon richtig voll. Ab auf die Bühne und los. Los ist gut, beim zweiten Song schon die ersten Unstimmigkeiten, beim fünften verdreht der Mighty Andy den Text, beim siebten wird einfach ein Refrain als Strophe gesungen und das Lied vorzeitig abgebrochen. Ab Stück acht fällt mein Amp streckenweise aus, geil. Aber scheinbar winden wir uns so geschickt aus der misslichen Lage, dass es dem Publikum nicht auffällt, sie klatschen brav, fordern sogar noch ne Zugabe und reissen uns anschliessend den Merch aus den Händen, dumm das wir nichts dabei haben!Nun erklimmen die Lokalmatadoren Comandantes die Bühne, ist heute ihr Debüt – na ja, dat sind alles alte Punkrock Größen, also ein wirkliches Debüt ist das net für die Jungs, aber halt der erste Auftritt mit der Band Comandantes. Ich geh nach draussen, Luft schnappen. Als die Jungs beim zweiten Song sind will ich wieder rein. Geht nicht. Wenn es vorher schon voll war, jetzt ist es rappelvoll. Es werden in bester Punkrock Manier alte Arbeiterlieder interpretiert. Klasse!Um zwölf kann ich, nach laaaaaanger Verabschiedung, endlich das Grinse-Mobil anschmeissen und ab nach Oberhausen zum General Mantei, der mit lecker Bier vom Fass wartet. Prost!(PhilDäVille)

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Venlo (NL) – Cafe de Splinter „Queensday Festival“
Viertel nach drei, endlich alle im Bus, kein Problem wir müssen ja auch erst um vier Uhr Backline auf(um-)bauen und Soundcheck machen, um schliesslich pünktlich halb fünf auf der Bühne zu stehen. Also Blaulicht aufs Dach und „pedal to the metal“, USO Porn jenseits der Strassenverkehrsordnung. Warum ist unsere Karre im Winter nen Kühlschrank ohne Chance auf nen bisschen Heizungswärme und im Sommer bei den ersten Sonnenstrahlen direkt nen Backofen? Heute scheint die Sonne, heisst, T-Shirts aus und weiter schwitzen. Da fehlt nur noch die Thermoskanne mit Mett zum richtigen Trucker, jiah!Fünf vor vier, geschafft, kurzes Vorstellen mit Veranstalter Lolly und dem Mixer, Line-up Check, Umziehen und auf die Bühne.Wir rocken wie die Hölle, fand ich und auch das Publikum (haben wohl den Bonus für morgen gleich mitverbraucht, dazu Bielefeld Eingang 7 Bericht lesen). Trotz der frühen Stunde und der Hitze im Basement, ist es voll, es wird gejohlt und geklatscht. Die Hitze, boah, nach dem dritten Lied schwitzen wir wie die Berserker in ner finnischen Sauna. Was solls wenn man dem Punkrock nen bisken Style zurück bringen will (scheiss Schlips-Rock).Nach der Show endlich Biertrinken und entspannen, wie man in Holland halt so entspannt. Bier trinken in Holland!?!?!? Vor zwei Jahren, an gleichem Ort und Stelle aber mit anderer Band, muss mein Gesichtsausdruck zwischen „ich hau dir gleich ein rein“ und „ich kotz dir auf die Theke, du Arsch.“ gelegen haben, als der Barkeeper doch tatsächlich die Schaumkrone fein säuberlich mit so nem Holzstäbchen entfernte. Dieses Jahr scheint jene Abscheulichkeit abgeschafft zu sein, obwohl ich angsterfüllt den Schober an einer der Theken entdeckte. Das Bier schmeckt trotzdem wie Pisse. Egal, heute nix als ein Brötchen gegessen, also bin ich bereits um sieben ordentlich stramm. Und nen sehr netten Gesprächspartner für diesen Zustand habe ich in Form von Lord Latex, Gitarrist der Schweizer „Hukedicht“, auch gefunden. Ein scheiss Bandname ist das, denn die Jungs mac! hen keinen Stumpfpunk sondern feinsten Rock a la alte Backyard Babies mit nem Misfits Komplex. Danny von den Fumblers, mischt sich später noch in unsere illustre Runde und fragt mich nach den Mädels in Oberhausen aus. Man muss wissen die Jungs spielen am nächsten Tag im Zentrum Altenberg, also kann ich ihm eine dermaßene Vorfreude bereiten, dass er fast augenblicklich ejakuliert. Der Jung ist halt erst fünfzehn – da freut man noch sich auf einen Abend im Altenberg! Mit ner Gitarristin von den Battledykes hab ich auch noch geschwätzt, ich glaub die hält mich jetzt für nen Arsch…Der Rest des Abends liegt im Dunkeln, bis auf einen sehr entspannt auf dem Bus Tisch schlafenden Mighty Andy und nen überglücklichen USO Porn seine Fahrschuld geleistet zu haben…(PhilDäVille)

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Berlin (Butterclub, Friedrichshain)

Jawoll, wir machen der Hauptstadt unsere Aufwartung. In weiser Voraussicht wurde der Bus schon am Vorabend mit der Backline beladen, so daß am Karfreitag "nur" noch unsere Helden eingepackt werden mussten. Was am entsprechenden Morgen natürlich bereits beim zweiten Stop schon nicht mehr aufging, Mighty A hatte verschlafen. Zu seiner Entschuldigung, bei ihm nächtigte eine schwedische Band, die scheinbar Radau für tausend veranstaltet haben (Anmerk. des Schreibers: und ich dachte so EMO s seien ganz einfühlsame, zart besaitete Gesellen!). Tja, so ist das nun mal wenn man mit einem lokalen Veranstalter zusammen wohnt. Also erst den Rest eingesammelt, dann den Übernächtigten und ab auffe 2 Richtung Berlin. Keine weiteren Zwischenfälle und fünf Stunden später in Berlin unser Hotel suchen, El Patrico ist in seinem Element kein Verkehrsteilnehmer ist vor seinen Schimpfkanonaden sicher (zu recht natürlich), aber schliesslich finden wir doch noch unsere Unterkunft. Mit freudigem Entzücken stellen wir fest, daß unser Hotel richtig schick ist. Und es wird noch besser, der Club in dem wir heute abend spielen sollen, liegt in drei Minuten Laufentfernung. Geil! Um sechs Uhr ist Treffpunkt am Butterclub, also hin, Shake-hands mit dem Veranstalter Sascha (Destiny Tourbooking) und der Berliner Band STROM. Alle jetzt schon sehr nett. Beim anschließenden Backline Aufbau wird klar die Bühne ist klein, das gibt ein Gemetzel. Dafür macht der Mixer einen guten Job, klasse Sound ohne grosses Gehampel. Ab neun Uhr füllt sich der Laden langsam. Leider bleibt der erwartete Andrang aus, in Kreuzberg spielten die Bones, Demented Are Go und die restliche People Like You Sippe auf. Egal, der Raum war klein, so daß es von der Bühne aus gar nicht auffällt, wir haben extrem Lust zu spielen und rocken los wie die Hölle. Wie gesagt Gemetzel gratis dazu, Mighty A trägt eine unerklärliche Blessur am Auge davon, sieht stark nach Gitarren- oder Bass-Hals aus. Danach legen Strom los, die absolut nach vorn gehen und als lokaler Act das Publikum voll im Griff haben. Alles in allem eine gute Show von beiden Bands, das Publikum hatte Spass und wir haben sogar ein bekanntes Gesicht wieder getroffen, Steve, Mr. Garageland himself. Da die Grindolls absolut nicht lernfähig sind, geht es zusammen mit Sascha und anfangs auch Teilen von Strom ins Berliner Nachtleben, das Ganze endet nach etlichen Bier und Schnäpsen, sowie einem des laufens nicht mehr mächtigen El Patrico, um sechs Uhr morgens im Frühstücksraum des Hotels...(PhilDäVille)


Berlin Tag 2 (Zum Franziskaner, Kreuzberg)

Boah, bin ich das da im Spiegel und warum ist es so hell, was soll das?! Oh wunder, allen anderen scheint och net grad die Sonne aus dem Arsch. Also erst mal duschen und ab in die Kneipe aka "Szene"-Bistro um me Ecke, mal schauen was so rein geht. Beim USO ging auf jeden Fall schon nen Blondes, der Unmensch. Gut um fair zu bleiben der Captain hat sich auch am Blonden versucht, hat aber glaub ich verloren. Dann noch nen Stündchen Pennen, Backline abholen und ab nach Kreuzberg. "Zum Franziskaner" heisst der Schuppen wo heute aufgespielt werden soll. War die Bühne gestern schon klein so ist sie heute winzig, heute gibt's nur Standgerocke, sorry Rudi Schenker. Strom, die heute den Support machen, sind auch schon da und lachen sich über unseren körperlichen Zustand kaputt (die haben et ja auch net bis zum Ende durchgezogen). Sound wie ok, Demo direkt vor der Tür, Poison Idea spielen direkt ums Eck, trotzdem 60 zahlende Gäste anwesend, also Zeit für Strom den Laden warm zu rocken, klappt bestens. Übrigens hat Highko, seines Zeichens Gitarrist und Sänger von Strom, die Titelmelodie zu meiner Lieblings-Vorabendserie "Berlin, Berlin" geschrieben. Leider war die süße Lolle, alias Felicitas Woll, nicht anwesend. Beim nächstenmal aber, wa Highko!? Dann wir auf die Bühne und alle Anwesenden müssen uns für komplett Schizophren gehalten haben. Vor zwei Minuten noch ein Häufchen Elend, jetzt wild rockend. Wenn wir auch nicht viel lernen, dann aber wenigstens das, wer trinken kann, kann auch "arbeiten". Das Publikum honorierts, wir werden zweimal zur Zugabe gebeten und danach zu Drinks eingeladen. Kreuzberg rockt!!! Der anschliessende Abend gestaltet sich "kürzer", aber endet nicht minder feucht fröhlich denn der Gestrige. So gestaltet sich der Abschied und Rückfahrt von Berlin relativ wortkarg und ekelig. Dank Mighty A und unserem guten Freund Christof, Drummer bei Colt 45, welche beide sich in der Lage sahen Auto zu fahren, kamen wir schließlich um Sechs Uhr im heimatlichen Oberhausen an.Danke Sascha, danke Strom und danke an alles Hochprozentige.
PS: Website von Strom besuchen, die sind ne absolut geile Kapelle...(PhilDäVille)

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Ein Kurztrip in Stereo….
wir trafen uns am Freitag, den 12.03. in Oberhausen um zu unserer ersten Minitour aufzubrechen. Die erste Bewährungsprobe über Nacht auswärts zu bleiben. Die Fahrt begann gegen 16 Uhr. Ach 250 km bis Göttingen, dass geht ruckzuck. Weit gefehlt. Obwohl wir keinen Stau oder ähnliches hatten, zog sich die Fahrt doch echt ordentlich in die Länge. Natürlich musste alle 10 km ein anderer von uns pinkeln. Als auserkorener Fahrer war der Paddy unterwegs. Er bewies mit seinem Bleifuss, dass ein voll beladener Bus auch 140 fahren kann. Das dieser dann 19 l Sprit auf 100 km braucht interessiert ja nur am Rande. So saßen wir also jetzt im Bus und warteten auf den ersten Kontakt mit dem Big Boss Mike, der ja unsere Platte herausbringt. Apropos Platte, an jenem beschriebenen Freitag sollte uns auch unser erster Longplayer überreicht werden, aber Pustekuchen. Nachdem wir nach zwei oder vielleicht auch zweieinhalb Stunden Fahrt und sämtlichen Runden Quartett "Edelflitzer" und "Luxuswagen" (weiß eigentlich jemand, dass der Bugatti von VW 1001 und ein PS hat. Nein, kein Märchen aus 1000 und eine Nacht) den Anruf bekamen, dass unsere CD's leider noch nicht fertig waren, da irgendetwas mit der Druckerei schief gelaufen war, war unsere Laune ein wenig gesenkt worden, aber wir ergötzten uns am nächsten Bier und hatten diesen misslichen Umstand schnell vergessen. Mittlerweile fuhr unser Bus jegliche Geschwindigkeiten von 60km/h bergauf und 140 km/h bergab. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl es ging immer nur bergauf. Wir waren also jetzt 20 km vor Kassel. Noch ca. 70 km bis Göttingen. Der zweite oder dritte Anruf war mittlerweile eingegangen, wo wir den bleiben würden. Die Prowlers, mit denen wir die nächsten zwei Tage das Vergnügen hatten, fragten nämlich bereits danach. Wir sagten, wir sind bei Kassel, wir sind ca. in einer halben Stunde da. Na ja aus dieser wurde dann auch 1 Stunde. Mittlerweile machte sich auch eine Art Hunger bei mir breit. Ich wollte essen, doch meine Bandkollegen empfanden es als wichtiger den Prowlers erst die Backline zu bringen und dann für mein leibliches Wohl zu sorgen. Das fängt ja gut an. Der doofe Trommler. Wer hat dem überhaupt das sprechen beigebracht??? Na ja. Es ging dann auch alles recht flugs, als wir da waren. Haben schnell aufgebaut und alles eingerichtet. Es gab noch ein Bier, als ich mich dann endlich auf den Weg zu etwas Essbarem machte. Schlecht gelaunt machte ich mich mit zwei Kumpanen, namentlich P dem Höllenhund und El Patrico auf den Weg, na wohin wohl, richtig, nach Mc Donald's. Also fuhren wir dort auf den Hof und stellten fest, am Drive in Schalter war eine Riesen Schlange. Aber kennt man ja, draußen Schlange und drinnen alles frei. Also war die Entscheidung schnell gefällt. Wir gehen rein. Doch dort traf uns der Schlag. Das wir uns nicht bereits beim Öffnen der Eingangstür in die Bestellschlange einreihen mussten war alles. Total voll. Haben die etwa nur einen Laden hier? Sehr merkwürdig. Aber brav angestellt und anschließend bestellt und gegessen. Der gute P hat sich einen Burger aus Steakfleisch bestellt, war brandneu. Als wir diesen aber dann im Bus öffneten entpuppte sich das Steakfleisch als… ja ihr könnt es Euch denken. Richtig, aus Hackfleisch. Dann erreichte uns ein Telefonat aus dem Juzi: "Jungs, habt ihr schon bestellt? Hier gibt's Pizza. Super lecker." Nein danke, ich beiß gerade in meinen Fleischklops called Burger. So ein Ärger. Aber was soll man machen. Nachdem wir drei dann aufgegessen hatten fuhren wir zurück zum JUZI. Hier warteten wir auf den Mischer, der zum Fußball gegangen war und letztendlich dann doch gegen 22 Uhr eintrudelte. Schnell einen Soundcheck vor den ersten bereits erschienenen Gästen gemacht und dann warteten wir noch gut eine stunde bis wir anfingen. So weit ich mich erinnere ging es gegen 11 los. Wir spielten und spielten, hatten eine Menge Spaß und selbst der geringe Zuschaueranteil störte uns nicht weiter. Obwohl eine so geringe Schar an Publikum da war, nahmen diese unser Programm doch sehr positiv auf und so kamen wir sogar in den Genuss eine Zugabe spielen zu können. Nach ca. 35-40 Minuten war unser Set dann auch schon zu Ende und es ging daran das die Prowlers spielten. Ich für meinen Teil musste mich erstmal akklimatisieren und ging aufgrund dessen vor die Tür um frische Luft zu atmen. Doch aus kurz vor die Tür wurde ein komplettes Prowlers Set und so kam ich erst wieder bei den Zugaben zurück in die Halle. Die Prowlers waren echt gut. Spielten einen typischen alten England OI! mit rauem Gesang. Nicht ganz meine Tasse Tee aber trotzdem gut. Zum Abschluss dann noch Chaos von 4Skins und dann war Schluss. Doch der Abend fing eigentlich jetzt erst richtig an. Wir haben auf der Bühne alles zusammengepackt und machten uns mit der Street Crew, bestehend aus den Prowlers, Leuten aus dem Juzi und uns auf den Weg zur "Sonderbar". Hier wurden dann noch das ein oder andere Bierchen gezischt. Uso tank unter Garantie auch noch Schnaps. Er kann nämlich nicht an sich halten. Thin, Gott verzeih mir, wenn ich den Namen falsch geschrieben habe, Bassist der Prowlers, war so begeistert von dem Rock'n'Roll Luder hinter der Theke, dass er alles versuchte ins Gespräch zu kommen. Mighty Andy versuchte ihm dabei zu helfen, aber so richtig funktioniert hat es nicht. So weit ich weiß ist Thin auf jeden Fall alleine nach Hause gegangen. Aber egal. Es war mittlerweile ca. 4 Uhr morgens und unser Herbergsvater hat uns eingesammelt und so sind wir zu unserem Schlafplatz getorkelt. Was da passierte entzieht sich jeglicher Realität. Wir lagen zu fünft in einem Zimmer und wie das mit einem Übel so ist schläft es auch zuerst ein. Denn Herr "Säger" Mega Drive hat glaube ich einen ganzen Regenwald abgeholzt und uns 4 um unsere wohlverdienten 5 Stunden Schlaf gebracht. Meine Herren der hat aber auch geschnarcht. Mir platzt jetzt noch das Trommelfell, wenn ich über Lachorgien, die wir aufgrund dessen erlebt hatten, nachdenke. Schluss- und letztendlich machten wir aber doch irgendwie die Augen zu. Als der Wecker klingelte war es ca. 10 Uhr und jeder durfte 10 Minuten duschen, so dass wir um 11 Uhr zum Frühstück im Juzi sein konnten. Aber der einzige bei dem man gedrängelt hat, war natürllich mal wieder ich, der Trommler. Ich war nämlich letzter und weil jeder vielleicht auch nur 2 Minuten überzogen hatte, war meine Zeit auch schon beim ersten Wasserstrahl überschritten. Ich hörte nur, gib mal Gas, wir haben Hunger. Na ja, aber ich hatte ja abgeschlossen und so kamen wir dann mit ca. 15 minütiger Verspätung zum Frühstück. Wir hauten uns ein paar Brötchen, Kaffee und ein Malzbier in den Wanst und begannen den Bus zu packen. Schnell waren wir damit fertig und weiter ging es in Richtung Frankfurt. captain


Von Göttingen nach Frankfurt (und andere Geschichten)

1.Schreckliche Nachbarn
Auf der Karte entsprach die Strecke Göttingen>Frankfurt ungefähr dem, was wir schon am Vortag unserem Bus zugemutet hatten. Von daher wussten wir ungefähr, was auf uns zu kommen würde - doch wir ahnten nicht, wie die bittere Realität aussehen würde... Aber alles schön der Reihe nach: Nachdem sich der möchtegern Schumi vom Vortag wieder hinter das Steuer geklemmt hatte, konnte es endlich losgehen. Erstmal ab zur Tanke, Benzin und Kippen kaufen. Dann ohne Umwege zur Autobahn. Nach einer konstruktiven Einweisung über das überproportionale Verhältnis vom Gaspedal zum Spritverbrauch ("Aber nich wieder so losballern wie gestern, sonst geht unsere Gage direkt in die Spritkasse!")waren wir auch schon auf dem Weg nach "Mainhattan". Da sich das Ganze dank zahlreicher Hügel und nem Schnitt von ca. 90 km/h doch ordentlich in die Länge zog, war ein Stopp bei nem Burger-und Frittendealer unvermeidlich. Diesmal sollte es der "Hamburger König" sein. Wir also rein in den Laden und erst mal kräftig den Wanst voll geschlagen. Wie das nunmal so ist, drückt einem "on the road" auch mal der Darm und da nun mal ne Fastfood-Kette in der Regel recht sauber ist, machte sich ein Grindoll erst mal auf den Weg zum Boiler. Einige Minuten später kehrte der Kamerad deutlich erbleicht zurück. Was war geschehen? Nun ja, die lokale Nasszelle wies neben diverser Pissoires zwei Keramikschüsseln auf, deren Stellplatz durch eine dünne Holzwand voneinander getrennt war, welche jedoch zum Boden hin einen Freiraum von ca. 12cm besaß. Das Schlüsselwort ist nun: Schallisolierung! Die ist in einem solchen Fall nämlich gleich null! Wie schlimm diese Tatsache wirklich ist, musste der einsame Grindoll feststellen, als die Nachbarzelle plötzlich besetzt wurde und er unfreiwillig Zeuge eines menschlichen Dramas wurde. Startschuß war ein kräftiger feuchter Furz des Unbekannten, gefolgt von einem verkrampften Stönen (dem Mann schien es wohl nicht so gut zu gehen). Es folgte ein Doppelschuß, gefolgt von heftigem Geschnaufe (war der Vogel schwanger? war der gerade amentbinden?). Dann plötzlich Stille - unterbrochen von einigen
gequälten Schnaufern. Für den entsetzten Grindoll genau der richtige Zeitpunkt, um die Flucht zu ergreifen. Verfolgt von einem weiteren Stöhner hechtete dieser zum Waschbecken und entkam vor dem furiosen Finale (bei den Geräuschen MUSS der Mann auf etwas Großes hingearbeitet haben...) diesem schrecklichen Abort. WER letztendlich für dieses ganze Theater verantwortlich konnte gottseidank nicht festgestellt werden, da der Vogel auch innerhalb der nächsten 10 Minuten nicht mehr die Herrentoilette verlies. Die anderen 4 Grinsepuppen haben jedenfalls herzlich gelacht und so endet diese kleine Episode wenigstens noch mit etwas Positiven...elpatrico

2. Der ADAC dein Freund und Helfer
Weiter ging die tolle Fahrt. Is schon super, wenn man so mit 60 nen berg hochkriechen muss, weil die Technik nich mehr hergibt. Aber irgendwann kam dann das Land der Hessen und alles wurde allmählich flacher - die Landschaft, der Humor, der Tankinhalt, einfach alles. Nichtsdestotrotz fühlten wir uns sehr wohl und geborgen, denn wir hatten ja vorgesorgt und uns beim ADAC ne detaillierte Wegbeschreibung ausdrucken lassen. Da die auch sehr einfach und übersichtlich war, gingen wir davon aus, dass wir den Dreikönigskeller in Frankfurt ohne jegliche Probleme erreichen würden. Aber Pustekuchen! Auf einmal waren wir am Frankfurter Flughafen und steuerten direkt auf Terminal was-weiss-ich zu. Wat war dat denn? Stand da nicht in unserem Plan was von "geradeaus fahren"? Also einmal kurz den Kollegen von der Flughafensicherheit gewunken und wieder ab zur Kreuzung. Auf der Beschreibung stand etwas von "Airportring" - ok, Airportring würde wohl die Umgehungsstrasse sein - vielleicht hatte sich ja beim ADAC der Fehlerteufel eingeschlichen und der Pfeil hätte eigentlich nach rechts anstatt geradeaus zeigen müssen. Das kann passieren, das ist menschlich, kein Problem, wir fahren rechts... Laut Plan sollte die von uns gesuchte Strasse nach ca.3km von diesem Airportring abgehen - also Augen auf! Doch was mussten wir sehen? Links war doch das Flughafengelände! Und da wir uns gegen den Uhrzeigersinn auf einer Ringstrasse um dieses Gelände bewegten, würde sich daran ja auch so schnell nix ändern! Wie konnte das denn sein? Ein erneuter Fehler des ADAC? War das möglich? Die Strassennamen schienen ja immerhin zu stimmen. Bisher war nur ein Richtungsweiser falsch gewesen - vielleicht lag die gesuchte Strasse ja nicht links sondern rechts des Airportrings. Also erst mal weiter... Als wir nach einer Viertelstunde (!) dann ein Ortsschild passierten, auf dem alles andere als "Frankfurt" stand, war die Sache klar: Die Vollidioten hatten uns nach Pusemuckel geschickt. Von allen gelben Engeln Deutschlands hatten wir uns offensichtlich auf den verlassen, der offensichtlich bereits mehrmals vom Bus angefahrenwurde. Was für eine Pfeife...Da direkt hinter dem Ortsschild eine Feuerwehrwache zu sehen war, vor der zwei Feuerwehrmänner sich mit dem frisierten Roller eines Teenies auseinander setzten, beschlossen wir, die Zwei kurzerhand nach dem Weg zu fragen (in der naiven Hoffnung, dass wir zumindest in der Nähe unseres Zielortes liegen würden). Nach einem kurzen Disput darüber, welcher Grindoll sich mit den Dörflern auseinander setzen sollte, stieg El Patrico aus und sprach einen der beiden an. Der picklige Nachwuchs-Grisu war dann auch sehr freundlich (wenn auch verwirrt) und bot einen Blick auf die Strassenkarte der Wache an. Dort stellte sich aber heraus, dass die Nasen nur eine Karte von ihrem Kaff und nicht von Frankfurt hatten (dessen Bahnhofsviertel El Patrico als grobes Ziel angegeben hatte). Was für ein Wunder,
dass der Mann in Uniform die Strasse auf seiner tollen Karte nicht finden konnte, obwohl er eifrig immer weiter suchte. Das Gespräch wurde also kurzerhand abgebrochen und der Bus erst mal wieder in Richtung Autobahn gelenkt. Jetzt galt es auf Nummer sicher zu gehen. Die unnützen Unterlagen des ADAC beinhalteten auch kleine Karten von Frankfurt-City und dem umgebenden Autobahn-Netz. A3, A5, A648(?) - und zack waren wir in Frankfurt-Mitte. Wo is der Bahnhof? In dieser Richtung!
Mittlerweile hatte der gefrustete El P. auch die so verzweifelt gesuchte Strasse auf der Mini-Karte aufgetan, so dass alles sehr einfach schien: Über den Main, dann sofort links und immer geradeaus. Ja Scheisse! An Frankfurts Kreuzungen darf man nämlich nicht einfach so dahin fahren, wo man will - meistens noch nicht mal geradeaus. Und so sah unser Weg durch Mainhattan von oben wohl so aus, wie der einer Laborratte durch ein beschissenes Labyrinth. So hatten wir sicherlich das dreifache der eigentlich notwendigen Strecke zurückgelegt, als wir ENDLICH den kleinen Club namens Dreikönigskeller erreichten. Aber Frankfurt sollte noch weitere Überraschungen für uns bereit halten...elpatrico

3.Fehlorganisation, Skinheads und ein jugoslawisches Familienunternehmen (Mighty Andy's Sicht der Dinge)
In Frankfurt angekommen mußten wir noch ein wenig durch die Gegend gurken um den "Dreikönigskeller" zu finden, aber das war kein Problem. Ein größeres Problem bestand darin, den Bus in die Seitenstraße neben dem "Dreiköngskeller" zu bekommen. Nachdem wir aber das Gummi unserer Vorderreifen schön auf der Straße verteilt hatten, standen wir endlich mit Sack und Pack vorm Laden. Erfreut darüber die Reise hinter uns zu lassen und zum angenehmen Teil des Abends überzugehen und erst mal ein Bierchen zu schlürfen, würden wir geschockt. Ein Mitarbeiter des Ladens hatte uns schon bemerkt und stand in der Tür um uns mitzuteilen, daß wir erst in einer Stunde in den Laden können, weil das Putzteam noch alles säubert. Was für eine Scheiße. Wir wollten doch gar nichts dreckig machen, sondern nur ein Bierchen trinken. Naja, wenn er nich will, Pech gehabt ... Also standen wir vor dem Laden und guter Rat war teuer. Wir beschlossen die Gegend abzulaufen und nach irgendeiner Kneipe Ausschau zu halten, um uns dort die Zeit zu vertreiben und die Kehle zu befeuchten. Aber auch das war schwierig. Um uns nur Restaurants und Kneipen die noch nicht geöffnet hatten (das um 18 Uhr abends, kann ich nich glauben...).
Doch wir fanden einen Hoffnungsschimmer: Als wir die Straße entlang liefen, vielen unsere Blicke in ein Kellerfenster. Wir erspähten dort eine Theke und mehrere Leute die an einem Tisch saßen und Bier tranken. Also kurzum, ab zum Eingang und rein. Der Bierdurst verleitete uns dazu recht schnellen Schrittes in den Keller einzufallen, wobei wir uns alle die Nase am Rücken unseres Vordersmanns plätteten. Dieses Kellerloch war wirklich so klein, das wir es mit unserer Anwesenheit zum Platzen brachten. Aber egal, jetzt waren wir drin und wollten auch bleiben, was blieb uns schon anderes übrig. Wir bewegten uns seitlich an der Wand entlang und gelangten so zur Theke, wo wir dann auch gleich mit der Betreiberin des Ladens und ihrer Tochter Bekanntschaft machten. Ich vermutete aus der Sprache und der Herzlichkeit mit der wir begrüßt wurden, daß sie Jugoslawen oder Griechen waren, aber sicher sind wir uns bis heute noch nicht. Wir bestellten ein Bier und wurden direkt wieder geschockt. 0,33l Flaschbier sollten doch wirklich 3€ kosten. Also keiner von uns hat in dem Laden einen DJ, Gogo-Tänzerinnen oder ähnliches gesehen, als das ein solcher Discopreis gerechtfertigt wäre. Aber andere Länder, andere Sitten. Was sollten wir auch machen. Keiner von uns hatte bei der Bestellung auf die Preistafel geachtet und die clevere Geschäftsfrau hatte uns direkt 5 geöffnete Flaschen von ihrem teuersten Tropfen hingestellt. Scheißegal, wir wollten ja eh nur nee Stunde bleiben und da es in diesem Laden nen Fernseher gab an dem sich meine Bandkollegen an der Volksseuche Fußball ergötzen konnten, blieben wir und beobachteten das Treiben der anderen Anwesenden.
Immer wieder holte die Bardame ein paar Sprudelflaschen aus dem Eisfach schüttete etwas in Schnapsgläser und kredenzte es den anderen Gästen. Nach einer Weile bot sie uns von einen Schnaps an, aber als sie das aussprach lief es mir eiskalt den Rücken runter. Solche Blindmacher kannte ich durch einen Freund nur zu gut. (Schönen Grüß an dieser Stelle an die Gebrüder Konrad). Bei diesen kleinen Feinschmeckern hatte ich das eine oder andere mal schon von solch selbstgebrannten Schnäpsen genippt und das mußte auch reichen. Absolut nicht unser Fall und außerdem wollten wir unser Augenlicht behalten. Nett war sie ja, sie wollte uns schließlich einen ausgeben, aber wir verneinten mal lieber, hatten ja schließlich noch die ganze Nacht vor uns.
Schließlich verließen wir die Kneipe mit einer Einladung der Gastgeberin, jederzeit wiederkommen zu dürfen. Ja danke, war nett, aber doch nur ein Notnagel. Auf uns sollte noch eine wilde Nacht warten...mightyandy

3. Die Ankunft und ein Ausflug nach Mafiosia
Unser Empfang spielte sich in Frankfurt ungefähr wie folgt ab: "Ihr könnt hier nicht parken!" - "Äh, was?" - "Oder seid ihr die Band?" - "Äh, ja!" - "Dann geht das doch in Ordnung!" - "Äh, gut!" Nach dieser kommunikatven Höchstleistung unsererseits, wurde uns von unserem Gegenüber (der sich als der Clubbesitzer herausstellte) mitgeteilt, dass wir erst in ca.1 1/2 Stunden in seinen laden dürften. Ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich glaube wir machten unserem Unmut mit einem inbrünstigen
"Äh, ok!" Luft. Tja, da standen wir nun. Mitten in Frankfurt - einer DER Metropolen Deutschlands, deren beeindruckende Skyline pulsierendes Leben in all seinen Fascetten beherbergt. Alle Möglichkeiten standen uns offen...und so entschlossen wir uns...zu einem Bierchen (das natürlich in einem Umkreis von maximal 30 Metern
aufzufinden sein musste). Das sah dann so aus: Erste Kneipe...zu nobel! - Zweite Kneipe...noch geschlossen! - Dritte Kneipe...Kaschemme!...Vierte Kneipe...noch geschlossen! - "Das waren jetzt bestimmt schon 20 Meter!" - "Gehen wir noch ums Eck?" - "Nö, das sind doch fast nochmal 20 Meter! Lass ma lieber. Dann gehen wir halt in die Kaschemme!" (AUTSCH!) Die Kneipe war eigentlich ein umgebauter Keller. Cool gestylte Fliesen in Brauntönen dominierten den Raum und schmeicheltem
dem geneigten Auge durch die harmonische Verbindung mit der geschmackvollen Einrichtung in Eiche-Rustikal-Optik. Drei Tische für jeweils 2 Personen, eine Mini-Theke und zwei Geldspiel- Automaten drängten sich auf ca.15 Quadratmetern. Der Schuppen war so winzig, dass man sich fast wie in einem moblierten (und schäbbig gefliesten) Fahrstuhl vorkam. Damit man sich aber nicht genötigt sah, wie in einem gewöhnlichen Fahrstuhl auf die eigenen Füße oder an die Decke zu starren, hatte die Lokalverwaltung den genialen Einfall gehabt, einen Fernseher an die Wand zu tackern - inklusive Premiere-Dekoder. Apropos "Lokalverwaltung": Eine langhaarige Ex-Blondine mit überschrittenem Haltbarkeitsdatum thronte hinter der Theke. Sie hieß uns aufs Herzlichste in ihrem kleinen Reich willkommen und knöpfte uns für die übereifrig bestellten 5 Bierchen (0,3 Püllekes wohlbemerkt - denn niemand wollte wirklich testen, was da unterm Zapfhahn schlummerte) erstmal grinsend 15 Schleifen ab!! In ihrem Königreich war wohl eine recht hohe Alkohol- und Vergnügungssteuer erhoben worden - und wo wir schon beim Thema "Vergnügen" sind: Der Hofstaat der (dem Akzent nach slavischen) Königin war vom Feinsten! Tisch Nr.1 war nicht besetzt. An Tisch Nr.2 hatten es sich zwei Herren bequem gemacht, die mit stoischer
Mine auf den Fernseher starrten (1,5m Luftlinie!) und eine Kippe nach der anderen rauchten. An Tisch Nr.3 hatte sich hingegen ein lesbisches Pärchen niedergelassen, das heftig flirtete (was aber nicht schön anzusehen war, da die eine wie eine russische Hammerwerferin aussah und die andere offensichtlich allein mit ihrem Blick kleinere Säugetiere erlegen konnte). Glanzpunkt des Thronsaals war aber ein junger Herr, den wir kurz zuvor hatten aus einem fetten Mercedes aussteigen sehen und der sich nunmehr in einem adretten Anzug aus reinster Ballon-Seide vor einem Spielautomaten aalte. Poker war angesagt und unser sportlich gekleideter Freund beherrschte die Regeln aus dem Eff-eff. Seine Finger flogen nur so über die Tasten des Automaten. Er setzte, forderte neue Karten und reizte sein Blatt stets bis zum Limit aus. Auch er verzog wie die anderen Männer im Raum (inklusive der Hammerwerferin) keine Miene. Anscheinend hatte ihm niemand gesagt, dass bei Automaten ein Pokerface gemeinhin mehr als überflüssig ist - aber wahrscheinlich war er einfach nur ein waschechter Vollblut-Zocker wie er im Buche steht. Alles oder nichts war seine Parole. Kein Wunder, dass er alle Nase lang verlor. Aber das interessierte den Minister von Zock und Zaster anscheinend nicht die Bohne. Mann, der Typ war fast so gut wie der Kerl aus "Maverick" oder der kranke Vogel aus "Tombstone". Ohne mit der Wimper zu zucken, schob er seinem digitalen Gegenüber Euro um Euro in den Kunststoff-Rachen - aber keine Münzen, sondern Scheine! Mindestens zwei Zwanziger verschwanden so binnen kürzester Zeit und als der sympathische Knabe dann nach kurzem Zögern auch noch nen Fuffi nachlegte, wollten wir erst in einem Anflug von Euphorie in wilde Anfeuerungsrufe ausbrechen, aber wir waren dann doch zu ergriffen für diesen emotionalen Ausbruch. Und so wandten wir unser Antlitz in Demut ab, tranken aus und verliessen das verwunschene Königreich von Mafiosia...elpatrico

4. Frankfurts Freuden
Endlich konnten wir uns wieder auf den eigentlichen Grund unserer Anreise konzentrieren: Ausladen und Aufbauen war angesagt. Der Club war nicht übel. Wir betraten ein ellergewölbe mit großer Theke und einem geräumigen Backstage-Raum, den man nur von außen öffnen konnte. Als dann am frühen Abend die ersten Gäste am Ort des Geschehens auftauchten wurde uns schnell klar: Das wird interessant! Und so mutierte unser Auftritt zu einer soziologischen Studie, in deren Verlauf folgendes klar wurde: Der hessische Skinhead an sich beeindruckt zwar durch brachiales Aussehen und versucht durch sein imposantes Auftreten zu überzeugen - aber sein emotionales Potential und die damit verbundene Begeisterungsfähigkeit ähnelt einer zarten Blume, die nur sehr selten blüht. Hätten wir an diesem Abend auf einer Waldbühne gestanden, so hätten wir zwischen den meisten Liedern Grillen und Käuzchen hören können. Da nun zu allem Unglück auch die Bühne nicht gerade geräumig war, konnten wir uns auch nicht mit irgendwelchen Kapriolen die zeit versüßen. So war die Sache dann endlich nach etwas mehr als einer halben Stunde vorbei. Was dann allerdings geschah war kurios (und lieferte weiteren Stoff für die zuvor bereits erwähnte Studie): Einige der grimmig dreinschauenden Salzsäulen aus dem Publikum fingen plötzlich an, sich zu bewegen und damit nicht genug - die redeten auch noch! "Hey, nicht übel!" - "Netter Auftritt!" - "Coole Mucke, Alter!" - "Habt ihr auch ne CD?" - WAS WAR DAS DENN? Waren das die selben Leute, die kurz zuvor noch fleissig Panzersperren pantomimisch dargestellt hatten? Anscheinend ja, denn als die Prowlers auf die Bühne kamen, war wieder beinahe Schicht im Schacht (was umso bitterer war, da mittlerweile doppelt so viele Leute da waren und die Prowlers das Publikum optisch und akustisch voll bedienten)! Somit amüsierten sich die Jungs aus Kanada auch nicht gerade wie Bolle - zumal dem Sänger schon den ganzen Tag seine Stimme zu schaffen gemacht hatte... Naja, das Ganze war also gelaufen und so fügten wir uns alle dem Schicksal und hakten den Abend erstmal ab. Doch da waren wir ein wenig vorschnell, denn nachdem der musikalische Teil erstmal gegessen war, hatten der Clubbesitzer und dessen kollege endlich ein wenig Zeit, zur Ruhe zu kommen und man kam ins Gespräch. Die Beiden stellten sich als extrem nette Personen heraus und da Olaf (unser Herbergsvater in Frankfurt) bereits einen ordentlichen Zug durch die Gemeinde angekündigt hatte, reihten die Zwei sich kurzerhand bei uns ein. Der Club wurde geschlossen und ein ordentliches Grüppchen mit einem ordentlichem Durst steuerte auf die nächste vernünftige Bar zu (an der Grenze zu Mafiosia standen übrigens mittlerweile diverse Luxus-Schlitten und am Hofe scharten sich die Herrschaften in Lederjacke und Jogging-Buchse).
Den Namen der Bar haben wir vergessen, aber dort trieb auf jeden Fall ein 60s-DJ sein Unwesen, was für ein recht geschmeidiges Ambiente sorgte. Vor Ort haben wir dann erstmal 2-3 Stunden die lokalen Servicekräfte gescheucht. Dann hatte Reiseführer-Olaf die Nase voll (oder der Schuppen machte auf einmal dicht - genauere Details verbergen sich im dichten Nebel). Also ab zum nächsten Laden. Der stellte sich als waschechte Metal-Bar heraus. Heidewitzka! Erst mal'n Bier bestellt, dann ab zum ansässigen Scheiben-Reiter und kräftig Musikwünsche geäußert. Nur echte Gassenhauer kamen uns in den Sinn und der Mann hinter dem Mischpult hätte angesichts eines so erlesenen Musikgeschmacks voller Inbrunst auf die Knie fallen müssen. Aber Pustekuchen! "Was? Hab ich nisch?" - "Das hatte mer schon!" - "Kann ich jetz nisch mehr spielen!" - Insbesondere letztere Aussage war echter Zucker in unseren Ohren. War der Vogel noch ganz dicht? Aber wie um seine fadenscheinigen Ausspruch zu bestätigen betraten kurz darauf zwei Vertreter der ansässigen Ordnungshütervereinigung das Lokal. Ihr Auftreten hatte etwas magisches. Die Lautstärke der Musik ging schlagartig hart gegen null und (was viel schlimmer war) die zahlreich installierten Bierspender versagten von jetzt auf gleich den Dienst. Das war nur mit Zauberei zu erklären, womit bewiesen wäre, dass die Stöckchen der Herrenschaften in grün nicht nur zum Traktieren gedacht sind. Harry Potter lässt grüßen. Also stiegen wir fröhlich in das Thema ein, machten einen auf Houdini und verschwanden von der Bühne des Geschehens,um in der Nähe eines Taxi-Standes in einer Rauchwolke wieder aufzutauchen. Nicht übel für Amateure...elpatrico